22.07.2015

Umgang mit Leitern und Tritten nach DGUV Information 208-016

In fast jedem Betrieb, egal welcher Branche, steht mindestens eine Leiter im Abstellraum. Ob zum Streichen, Glühbirne auswechseln, bei Montagearbeiten oder einfach um etwas hoch gelagertes zu erreichen – jeder Mitarbeiter hat wahrscheinlich schon einmal auf einer Steighilfe gestanden. Wie eine Leiter oder ein Tritt zu bedienen sind, ist grundsätzlich nicht schwer. Dennoch gibt es gewisse Anwendungsfehler, die immer wieder auftreten und die Leitern zu einem gefährlichen und leicht unterschätzten Arbeitsmittel machen.

 

Der Leiterkauf

 
Der Arbeitgeber muss vor der Anschaffung einer Leiter die Gefährdungsbeurteilung des Betriebes zu Rate ziehen. Es ist zu prüfen, ob ein anderes Arbeitsmittel eventuell besser für die betrieblichen Zwecke geeignet ist. Gibt es keine Alternative, sind folgende Punkte zu bedenken:

  • Anzahl der benötigten Leitern
  • Größe der Leitern
  • Material, aus dem die Leitern bestehen sollten
  • Arten von Leitern

Je nach Größe des Unternehmens, Einsatzzweck sowie den Umgebungs- und Arbeitsbedingungen, muss der Unternehmer bewerten, wie viele und welche Steighilfen benötigt werden.

 

Die Unterweisung der Mitarbeiter

 
Die Bedienung einer Leiter passiert intuitiv. Die Gefahr, die von einer unsachgemäßen Nutzung ausgeht, wird schnell unterschätzt. Jedoch kann schon ein Sturz aus geringer Höhe schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Aus diesem Grund sind alle Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit Steighilfen zu schulen. Unterweisungen sind mindestens einmal im Jahr sowie nach besonderen Ereignissen durchzuführen. Außergewöhnliche Anlässe für eine Schulung sind zum Beispiel die Einführung neuer Leitermodelle im Unternehmen oder auch ein Unfall im Zusammenhang mit Leitern.

 
Folgende Inhalte sind Bestandteil einer Leiter-Unterweisung:

 

  • Ordnungsgemäßer und gefahrloser Umgang mit Leitern
  • Bauartspezifische Besonderheiten, die zu beachten sind
  • Zusätzliche Gefahren, die zu beachten sind:
    • Öffentlicher und innerbetrieblicher Verkehr
    • Kanäle, Unebenheiten, Schächte
    • Glatter, verschmutzter Untergrund
    • Starker Wind
    • Große Maschinen mit beweglichen Anlagenteilen
    • Absturzkanten

Der gefahrlose Umgang mit Leitern

 
Je nach Leitertyp gibt es individuelle Anwendungsregeln. Viele Bedienungshinweise sind jedoch unabhängig davon, ob es sich um eine Stehleiter, Anlegeleiter oder eine Rollleiter handelt. Durch die wiederkehrenden Schulungen sollte jedem Benutzer klar sein, wie Leitern und Tritte gefahrlos angewendet werden. Als zusätzliche Gedächtnisstütze sind Leiter-Gebrauchsanweisungen an die Steighilfen anzubringen. Sie enthalten einfache und gut verständliche Symbole und Hinweise zur Benutzung von Leitern. Dazu gehören unter anderem:

  • Leitern sind vor der Benutzung auf ihren ordnungsgemäßen, mängelfreien Zustand zu überprüfen
  • festgestellte Mängel sind dem Arbeitgeber zu melden, beschädigte Leitern dürfen nicht weiter benutzt werden
  • Belastungsobergrenze von Leitern beträgt 150 kg
  • Leitern dürfen nicht von mehr als einer Person zur selben Zeit bestiegen werden
  • Während der Arbeit auf Leitern nicht Hinauslehnen
  • Sicheres Stehen und Festhalten muss jederzeit möglich sein
  • Leitern nicht bei gefährlichen Witterungsbedingungen, wie Nässe, Sturm oder Schneeglätte benutzen
  • Leitern immer auf tragfähigem und ebenem Untergrund aufstellen (keine Kisten, Steinstapel oder Tische verwenden)
  • Bei Benutzung geeignetes, festes Schuhwerk tragen
  • Leitern sicher transportieren, d.h. zuvor zusammenklappen bzw. –schieben
  • Leitern auf Verkehrswegen gegen Anstoßen sichern, z.B. durch Warnaufsteller, Absperrung

Die Prüfung von Leitern

 
Der Arbeitgeber ist für die Sicherheit im Betrieb verantwortlich. Dabei darf er neben der Überprüfung von großen Anlagen und Maschinen auch kleinere Arbeitsmittel, wie Leitern und Tritte, nicht vergessen. Auch sie müssen in regelmäßigen Abständen auf ihren mängelfreien und sicheren Zustand kontrolliert werden. Wie oft und in welchem Umfang Prüfungen durchzuführen sind, hängt von den Einsatzbedingungen der Steighilfen ab. Der Unternehmer muss diese objektiv bewerten und anschließend die nötigen Fristen festlegen. Er bestimmt außerdem, welche Voraussetzungen der Prüfer zu erfüllen hat.

 
Die Prüfung selbst sollte möglichst systematisch erfolgen. Zuerst sind die vorhandenen Leitern und Tritte zu nummerieren, um dem Überblick zu behalten. Die eigentliche Prüfung erfolgt anhand der Checkliste in der DGUV Information 208-016 Anhang 2. Die einzelnen Checklisten sind anschließend zusammen aufzubewahren. Konnten während einer Prüfung oder auch im täglichen Gebrauch, Schäden festgestellt werden, darf die Leiter vorerst nicht weiter genutzt werden. Erst wenn die Schäden repariert sind, ist die Nutzung wieder erlaubt.

 
Bei der Leiterprüfung sind Bauteile, wie Sprossen, Stufen, Holme und das Zubehör auf folgende Punkte zu überprüfen:

  • Beschädigung, Verformung, Abnutzung, Zerstörung
  • Befestigung
  • Funktionsfähigkeit
  • Scharfe Kanten
  • Vollständigkeit
  • Schmierung
  • Kennzeichnung

Kennzeichnung von Leitern und Tritten

 
Neben der Gebrauchsanweisung gehört auch eine Prüfplakette auf die kontrollierten Leitern und Tritte. Verschiedene Grundplaketten und Leiter-Gebrauchsanweisungen finden Sie in unserem brewes Onlineshop. Auch Prüfplaketten zur Kennzeichnung von Leitern und Tritten erhalten Sie in unterschiedlichen Ausführungen. Dazu zählen Plaketten, die schlicht das Datum der Prüfung bzw. der nächsten Prüfung angeben oder Plaketten auf denen zusätzlich die angewandte DGUV Information oder DIN Norm verzeichnet ist. Wählen Sie je nach Leitertyp und individuellem Bedarf Ihre Leiter-Gebrauchsanweisung und Prüfplakette aus. Das brewes Team berät Sie gern.

 

Prüfplaketten und Gebrauchsanweisungen zur Kennzeichnung von Leitern und Tritten

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