27.05.2015

Prüfung von Ventilen

Geht es um Ventile haben die meisten direkt das Fahrradventil vor Augen. Es gibt jedoch so viel mehr Arten und Anwendungsbereiche von Ventilen neben dem kleinen, länglichen Teil am Fahrradreifen. Ursprünglich wurden Ventile durch Beispiele in der Natur, wie die Taschenklappen in den Venen, inspiriert. Heute dienen sie vor allem im industriellen, chemischen und Lebensmittelbereich, im Fahrzeugbau, der Medizintechnik und bei der Wasseraufbereitung als sehr nützliche Bauteile.

 
Die Hauptaufgabe von Ventilen ist die Regelung und Absperrung von durchfließenden Gasen oder Flüssigkeiten. Die Strömung des Stoffes kann mit Hilfe eines Verschlussteiles ganz verhindert oder verkleinert, vergrößert und somit beliebig reguliert werden. Sicherheitsventile haben, wie der Name vermuten lässt, eine Sicherheitsfunktion. Sie sorgen in Druckgeräten dafür, dass keine unzulässigen Druckverhältnisse entstehen. Die vollständige Wirksamkeit und Dichtheit von Ventilen muss durch regelmäßige Überprüfungen gewährleistet werden.

 

Prüfung und Wartung von Ventilen

 
Die Verantwortung für überwachungsbedürftige Anlagen liegt laut BetrSichV beim Betreiber. Er muss dafür sorgen, dass durch die im Arbeitsalltag verwendeten Maschinen und Anlagen keine Gefahren bestehen. Zu diesem Zweck muss er eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle in regelmäßigen Abständen mit der Wartung beauftragen. Damit kann im Haftungsfall nachgewiesen werden, dass alle sicherheitstechnischen Vorschriften eingehalten wurden.

 
Die Prüfungen finden vor der Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen und in regelmäßigen Abständen statt. Es ist zu kontrollieren, ob die sicherheitsrelevanten Teile ordnungsgemäß gewählt, eingebaut, bemessen, eingestellt, angeordnet wurden und funktionsfähig sind. Es muss weiterhin sicher gestellt werden, dass austretende Flüssigkeiten, Gase oder andere Stoffe keine Gefahr darstellen und sicher abgeleitet werden. Sicherheitsventile werden im Rahmen der wiederkehrenden äußeren sowie inneren Prüfung von Druckgeräten überprüft.

 
Bei Nichteinhaltung der vorgegebenen Fristen oder des Prüfumfangs, entfällt im Schadensfall der Versicherungsschutz. Auch zivil- oder strafrechtliche Folgen sind zu erwarten.

 

Normen und Gesetze zur Ventilprüfung

 

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • Druckgeräterichtlinie
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 1111, TRBS 1201, TRBS 2141)
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (GS-IFA-M07)

Fristen bei der Ventilprüfung

 
Die Prüffristen von überwachungsbedürftigen Anlagen und deren Bauteilen sind in der TRBS 1201 Teil 2 sowie der BetrSichV § 15 festgelegt. Die Abstände richten sich nach der betriebsinternen Gefährdungsbeurteilung. Die Entscheidung, wann ein Ventil überprüft werden muss, ist außerdem anhand der Einsatzbedingungen zu treffen. Häufigkeit, mechanische Beanspruchung, Druckverhätlnisse, Umgebungsbedingungen sollten in einen dynamischen Entscheidungsprozess einfließen.

 
Ventilarten

 
Ventilarten werden anhand verschiedener Faktoren, wie zum Beispiel ihrer Betätigungsart, Ventilform oder Aufgabe unterschieden. Im Folgenden wird letzteres, die Unterscheidung nach Funktionsweise, genauer erläutert.

 
Ventile stellen stets eine Art Barriere dar. Diese kann jedoch unterschiedlich wirken.

  • Komplette Absperrung in beide Richtungen: Stromventil, Sperrventil
  • Absperrung abhängig von der Strömungsrichtung: Rückschlagventil
  • Absperrung abhängig vom Druck: Druckventil
  • Absperrung zur gleichen Zeit auf mehreren Leitungen: Wegeventil

Stromventile und Sperrventile (Verzögerungsventile, Drosselventile, Zweidruckventile) dienen als klassische Barriere. Sie verhindern oder regulieren den Durchfluss von Stoffen. Soll nur eine Durchflussrichtung abgesperrt werden, kommen Rückschlagventile (Schnellentlüftungsventile, Drosselrückschlagventile) zum Einsatz. Druckventile (Druckregelventile, Druckminderventile, Überdruckventile) werden erst ab einem bestimmten Druck wirksam. Dieser kann individuell eingstellt werden. Wegeventile (Regelventile, Proportionalventile, Servoventile) funktionieren ähnlich wie Stromventile. Sie sperren oder hindern den Durchfluss von Stoffen, unabhängig von der Richtung oder dem Druck. Der einzige Unterschied ist, dass sie dies gleichzeitig für mehrere Leitungen (mindestens drei) tun.

 

Prüfbericht und Dokumentation von Ventilprüfungen

 
Laut GS-IFA-M07 muss für Ventile oder Ventilkombinationen eine Dokumentation vorhanden sein. Diese enthält alle Informationen zum Einbau, zur Verwendung, Wartung sowie die wichtigsten Eigenschaften der Ventile. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Maße
  • Anschlussgröße
  • Schaltzeiten
  • Volumenstrom
  • Befestigung und Einbau
  • Energieversorgung
  • Umgebungsbedingungen im Betrieb
  • Zuverlässigkeit des Ventils
  • Verwendetes Schmiermittel (maximale/minimale Dosierung)
  • Druckluftqualität
  • Inbetriebnahme

Außerdem ist nach der Wartung ein Prüfbericht zu erstellen. Dieser enthält alle Daten, Messwerte, festgestellte Mängel und sonstige Ergebnisse der Überprüfung.

 

Kennzeichnung der geprüften Ventile

 
Um den Zustand von Ventilen besser sichtbar zu machen, sollte eine entsprechende Prüfplakette angebracht werden. Die Prüfplakette „Ventil geprüft“ erhalten Sie im Onlineshop der brewes GmbH. Die Plakette besteht aus manipulationssicherer Folie. Sie kann somit nicht in einem Stück entfernt und auf ein ungeprüftes Ventil übertragen werden. Die Prüfplakette „Ventil geprüft“ haftet durch ihren Hochleistungsklebstoff auch auf schwierigen Untergründen und ist beständig gegen äußere Einflüsse. Sie hat einen Durchmesser von 15 mm und passt daher auch an kleinere Ventile oder Stellen, mit wenig Klebefläche. Die Anbringung einer Prüfplakette hat einen entscheidenen Vorteil: Nicht nur der Betreiber oder Sicherheitsbeauftragte, sondern auch jeder andere Mitarbeiter, behält die Instandhaltung der Ventile im Auge.

 

Prüfplaketten „Ventil geprüft“

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