07.10.2016

Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren

elektrisches Tor

Automatische Drehflügeltüren und Schiebetüren finden sich mittlerweile in vielen Eingangsbereichen von öffentlichen Gebäuden. Auch elektrisch betriebene Falttüren sowie Karusselltüren fallen in die Kategorie kraftbetätigter Türen.
Betreiber automatischer Türen müssen sicherheitstechnische Prüfungen gleich mehrmals von einem Sachkundigen durchführen lassen. Vor der ersten Inbetriebnahme muss die sachkundige Person eine verpflichtende Prüfung durchführen. Weitere Pflichtprüfungen sind mindestens einmal jährlich bzw. nach Bedarf notwendig. Rechtliche Grundlagen bilden die DIN EN 16005, DIN 18650 und ASR A1.7. Die aufgezeichneten Ergebnisse der Prüfungen sind in der jeweiligen  Arbeitsstätte aufzubewahren.

Vor Ort kann die durchgeführte Kontrolle durch eine angebrachte Prüfplakette, bzw. eine Grundplakette mit Prüfplakette gekennzeichnet werden. Ausgenommen davon sind provisorische Türen und Tore auf Baustellen oder beispielsweise Türen von Aufzugsanlagen.
Durch regelmäßige Prüfungen sichern Sie sich die vom Hersteller zugestandene Garantie- bzw. Gewährleistungsansprüche. Beachten Sie dabei die unterschiedlichen Herstellervorgaben!
Durch die Prüfungen kann man die Lebensdauer der Türen verlängern, da verschlissene Teile rechtzeitig ausgetauscht werden können – Betriebsausfälle werden vermieden. Bei Unfällen im Schwenk- bzw. Drehbereich mit Personen- oder Sachschaden verringern Sie mögliche Inhaftungnahme.
Übrigens: Türen die für Rettungs- und Fluchtwege genutzt werden, sind zweimal jährlich zu prüfen und zu warten!

4 thoughts on “Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren


  1. Ich hätte da mal eine Frage:
    Wo finde ich denn eine Norm, Richtlinien oder einen Gesetzestext in dem beschrieben ist, ob Prüfplaketten angebracht werden müssen (bestanden / nicht bestanden) und was jene aussagen müssen?
    Mir ist nicht bewusst, ob ich bei einer negativen Prüfung auch eine Plakette aufkleben soll oder nicht?
    Gibt es da irgendeine Passage, mit der man eine eindeutige Lösung hätte?

    VG


    1. Lieber Herr Funk,

      gerne möchten wir auf folgenden Blogbeitrag verweisen http://www.pruefplaketten-news.de/tipps-fuer-die-richtige-auswahl-von-pruefplaketten/ – dort werden alle Punkte rund um das Thema „Prüfplaketten“ erklärt.
      Es ist grundsätzlich empfehlenswert, die Prüfplaketten direkt am Prüfobjekt anzubringen, weil dann für jeden offensichtlich ist, dass die Maschine in Ordnung und sicher für alle ist, die an ihr arbeiten. Zudem hat man gleich eine Übersicht, wann der nächste fällige Prüftermin ist bzw. die letzte Prüfung durchgeführt wurde, ohne lange in seinen Dokumentationen suchen zu müssen. Es besteht jedoch keine Pflicht, die Prüfplaketten anzubringen (nur in Ausnahmefällen wie z.B. bei Aufzugsanlagen).

      Wenn die Prüfung nicht bestanden wurde, ist es ratsam, folgende Qualitätskennzeichnungen zu verwenden wie z.B.
      https://www.brewes.de/pruefkennzeichen/qualitaetskennzeichnung/pruefplaketten-zur-qualitaetskontrolle.html
      https://www.brewes.de/pruefkennzeichen/qualitaetskennzeichnung/qualitaetskennzeichnung-aus-papier/qualitaetskennzeichnung-aus-papier-gesperrt.html

      Mit freundlichen Grüßen


  2. Gilt die jährliche Prüfung auch für ein elektrisch betriebenes Tor einer Einzelgargage, die nur einen Nutzer hat?


    1. Lieber Herr Edmund Klein,

      vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 „Türen und Tore“, die für die erforderlichen Prüfungen an kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren heranzuziehen ist, gilt nur für den gewerblichen Bereich. Für den privaten Bereich (z. B. für den privaten Hauseigentümer) besteht die Verkehrssicherungspflicht, darüber hinaus gelten die Bauordnung (BauO) sowie die Garagen-Verordnung (GaVO) des jeweiligen Bundeslandes.

      Die Vorgaben aus der ASR sind jedoch als Regeln der Technik anzusehen und können z. B. in zivilrechtlichen Schadensersatzverfahren Anwendung finden. Zudem gibt es die europäische Produktnorm DIN EN 13241-1. Diese regelt alle Sicherheits- und Leistungsanforderungen für alle kraft- und handbetätigten Tore und Schranken in privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereichen. Ziel der Norm ist der Schutz von Personen.

      Behördlich wird im privaten Bereich die Überprüfung von Toren nicht kontrolliert und ein fehlender Prüfnachweis alleine wurde auch bisher nicht sanktioniert, jedoch bekommt man im Schadensfall große Probleme mit der Haftpflichtversicherung. Die braucht nämlich nicht zu zahlen, wenn der Betreiber der Toranlage seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist. Dazu gehört eine regelmäßige Prüfung und Wartung von Tor und Antrieb. Der Eigentümer dieser Garage ist demzufolge bei Personenschäden haftbar zu machen und auch verantwortlich für eine Überprüfung.

      Wir empfehlen Ihnen die Bauordnung & Garagen-Verordnung Ihres Bundeslandes zu prüfen oder sich an den Hersteller bzw. die Firma, die den Einbau vorgenommen hat, bzgl. einer Prüfung zu wenden. Meist bieten diese die Wartung mit Prüfung selbst an.

      Wichtig ist in dem Fall nämlich auch, dass die Prüfung nur von einer sachkundigen Person vorgenommen werden darf.

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