03.12.2012

Prüfung von Feuerschutztüren, Brandschutztüren und Feststelleinrichtungen

Feuer- und Rauchschutztüren gehören zu den unverzichtbaren Brandschutzeinrichtungen in gewerblichen und öffentlichen Gebäuden. Im Brandfall verhindern sie die zu schnelle Ausbreitung eines Feuers und die damit einhergehenden Kohlenmonoxid und Rauchentwicklung. Der Schutz von Menschenleben ist somit die wichtigste Aufgabe dieser Brandschutzeinrichtungen.
Grundlage dafür ist allerdings eine zuverlässige und störungsfreie Funktion im Notfall. Um diese zu gewährleisten sind Feuerschutztüren, Brandschutztüren und Feststelleinrichtungen regelmäßig nach §4 (3) ArbStättV zu überprüfen.

 
Sind selbstschließende Brandschutztüren ständig funktionsfähig und nicht blockiert?

 
Rauch- und Brandschutztüren in gewerblichen und öffentlichen Gebäuden trennen verschiedene Brandabschnitte und gewährleisten somit die Einhaltung der maximal zulässigen Flucht- und Rettungsweglängen, sichern Treppenhäuser oder trennen besonders gefährliche Gebäudeteile von anderen Bereichen ab.

 
In vielen Fällen findet man in gewerblichen und öffentlichen Gebäuden selbstschließende, zweiflügelige Brandschutztüren, die während der normalen Arbeitsbetriebes oder der Öffnungszeiten offen stehen. Diese Türen arretieren in geöffnetem Zustand durch eine Feststellanlage automatisch und ermöglichen somit die reibungslose Nutzung entsprechender Bereiche und Zugänge. Diese Brandschutztüren sind in der Regel mit Rauchmeldern verbunden. Im Ernstfall sorgt die Feststelleinrichtung dafür, dass die Türen automatisch entriegelt werden, selbsttätig schließen und somit die betreffenden Gebäudeabschnitte sichern.

 
Rauch- und Brandschutztüren mit Feststelleinrichtungen müssen so installiert sein, dass sie jederzeit auch von Hand geschlossen werden können.

 
Für die Funktionsfähigkeit und den betriebssicheren Zustand von Brandschutztüren und -toren sowie Feststellanlagen sind Bauherr, Betreiber und Arbeitgeber verantwortlich. Die Funktionsfähigkeit der vorhandenen Rauch- und Brandschutztüren muss jederzeit gewährleistet sein, solange sich Menschen im Gebäude aufhalten.

 
Die Funktionsfähigkeit darf u. a. nicht durch Verstellen mit Gegenständen oder durch das Unterlegen von Holzkeilen in geöffnetem Zustand außer Kraft gesetzt werden.

 
Um im Ernstfall optimalen Schutz zu gewährleisten, müssen Rauch- und Brandschutztüren inkl. ihrer Feststellanlagen nach Einbau und nach jeder baulichen Veränderung durch sachkundige Personen geprüft werden.

 
Der Betreiber ist außerdem verpflichtet, mindestens aller 3 Jahre eine Prüfung auf ordnungsgemäßes und störungsfreies Zusammenwirken aller Einzelgeräte sowie eine Wartung vorzunehmen oder vornehmen zu lassen, sofern nicht im Zulassungsbescheid eine kürzere Frist angegeben ist.

 
Vom Industrieverband Türen Tore Zargen wird jedoch empfohlen, Rauch- und Feuerschutztüren inkl. der Feststelleinrichtungen regelmäßig mindestens einmal pro Jahr einer fachgerechten Wartung und Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen, um im Schadensfall nicht die Ansprüche gegenüber dem Feuer- und Sachversicherer zu verlieren.

 
Der Prüfer muss dabei eventuelle Mängel erkennen, die Brandschutzeinrichtungen auf Schäden und Funktionssicherheit untersuchen, elektrische Kontakte reinigen, Verbindungen auf festen Sitz überprüfen, Schließer nachstellen, Türbänder und Schlösser fetten, Laufschienen reinigen etc.

 
Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt der Prüfung ist aufzuzeichnen und beim Betreiber aufzubewahren. Die genaue Aufzeichnung ist erforderlich als Nachweis gegenüber Behörden und möglicherweise bei der Beurteilung von Schäden durch Feuereinwirkung.

 
Mittels Prüfplaketten wird anschließend die erfolgte Überprüfung direkt an der Feuerschutzeinrichtung visualisiert. Passende Prüfplaketten „Brandschutztür geprüft gem. §4 (3) ArbStättV“ erhalten Sie im Internet unter www.brewes.de.
Brandschutzschilder und Hinweisschilder für Brandschutzeinrichtungen erhalten Sie ebenfalls im Onlineshop der Brewes GmbH.

Quellen: § 3 ArbStättV

13 thoughts on “Prüfung von Feuerschutztüren, Brandschutztüren und Feststelleinrichtungen


  1. Interessant, dass man die selbstschließenden Brandschutztüren stets geschlossen halten sollte. In unserem Büro haben wir zwar viel zum Thema Brandschutz gemacht und auch weitreichend Brandschutzverglasung angebracht. Jedoch sehe ich es immer wieder, dass solche Türen verstellt werden. Das ist nicht der Sinn der Sache, finde ich.


  2. Neulich erst habe ich für meinen Betrieb einen tollen Brandschutzkurs gemacht. Und jetzt komme ich mir ein bisschen wichtiger vor. Trotzdem habe ich nach dem Kurs nochmal alle Feuerlöscher und Brandschutztüren geprüft. Bisher ist mir nichts aufgefallen, aber in Zukunft werde ich auf die Einhaltung achten, schließlich geht es um eine potenzielle Gefahr.


  3. Guten Tag, bei mir auf der Arbeit haben wir auch einige Brandschutztüren allerdings habe ich mir die bisher noch nicht wirklich angeschaut. Die Verbindung zum Feuermelder finde ich richtig, sollte doch mal etwas sein, dass sie sich selbst schließen und man sie aber jederzeit aufbekommt. Hoffentlich wird das nie eintreten.


  4. Danke für die guten Informationen zu Brandschutztüren. ein Bekannter hat ein altes Hotel übernommen. Für die neue Genehmigung kamen auch neue Brandschutzbestimmungen zur Geltung. Die alten Brandschutztüren mussten durch neue ersetzt werden.


  5. Danke für den Beitrag zur Prüfung von Brandschutztüren. Meine Tante hat zuhause auch Brandschutztüren einbauen lassen. Interessant, dass ein Prüfer die regelmäßig überprüfen muss.


  6. Hallo meine Arbeitgeber will das ich die Brandschutztüren Prüfung in Wohnhaus mit ca 2000 Bewohner mache habe aber keine Ahnung davon darf ich das überhaupt machen. Muß ich doch geschult werden oder?


    1. Hallo Tom,
      die Prüfung von Brandschutztüren muss nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten „ASR A1.7 Türen und Tore“ erfolgen. Diese besagt Folgendes: „Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren darf
      nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und mit geeigneter Messtechnik, die z. B. den zeitlichen Kraftverlauf an Schließkanten nachweist, überprüfen können.“
      Das heißt ja, Sie müssten für diese Aufgabe speziell geschult werden. Denn eine sachkundige Person muss durch durch ihre Ausbildung, spezifische Berufserfahrung und Registrierung bei den zuständigen Überwachungsbehörden dazu befähigt sein, im jeweiligen Gesetz vorgeschriebene Tätigkeiten auszuführen.
      Mit den besten Grüßen


      1. Die ASR 1.7 gilt für alle Kraftbetätigten Türen. Brandschutztüren obliegen dieser nur wenn beim Öffnen UND schliessen. Normale Bs Türen sind nach Paragraf 4 (3) ArbstättV von Sachkundigen mit prüfungsnachweis zu warten


  7. Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich möchte für mein Mehrfamilienhaus in Zürich Glattbrugg die Wohnungstüren aus Österreich bestellen.

    Die Türen sind Sicherheitstüren Wiederstandsklasse 4 mit Brandschutz.

    Die Türen haben ein Österreichisches A-Test.

    Meine Frag ist wo kann ich das A-Test aus Österreich prüfen lassen?

    Freundliche Grüsse

    Asanin Sima

    Schueppwiesenstrasse 5

    8152 Glattpark

    sima.asanin@gmail.com

    079/179 95 61


    1. Liebe Frau Sima,

      bitte wenden Sie sich hierzu an den TÜV SÜD Schweiz AG. Der TÜV führt verschiedenste Sicherheitstests durch und kann Ihnen bzgl Ihrer Fragestellung weiterhelfen.
      Mit freundlichen Grüßen


  8. Guten Tag, wir sind ein langjähriger Fachbetrieb und führen Wartungsarbeiten an Türen und Fenstern durch. Nun werden wir gefragt, ob wir auch Brandschutztüren warten können mit entsprechendem Prüfsiegel.
    Die Siegel sind wohl frei käuflich- gibt es eine Aussage zur Qualifizierung der Betriebe, die das machen dürfen? Braucht man eine entsprechende Schulung oder so etwas in der Art?


    1. Sehr geehrte GLASLANZ GmbH,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Ja, man benötigt eine entsprechende Qualifizierung, die zur befähigten Person zur Prüfung von Brandschutztüren und -Tore sowie Fachkraft für Feststellanlagen ausbildet. Hier gibt es verschiedene Anbieter, die man sich bspw. bei seiner IHK oder Berufsgenossenschaft erfragen kann. Wir empfehlen zur Suche von solchen Weiterbildungsmaßnahmen, das WIS (Das Weiterbildungs-Informations-System) der IHK unter http://wis.ihk.de/ zu nutzen. Um geprüfte Brandschutztore zu kennzeichnen, bieten wir bspw. spezielle Prüfplaketten für diesen Zweck an.

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