06.05.2013

Prüfung von Aufzugsanlagen nach TRBS 3121

Obwohl Aufzüge als eines der sichersten Transportmittel gelten, besteht oft noch eine gewisse Restangst. Ob einfach nur Platzangst, die Furcht davor im Fahrstuhl steckenzubleiben oder wohlmöglich abzustürzen, lässt sich bei vielen Passagieren nicht verbergen. Gegen Platzangst muss jeder selbst ankämpfen. Für ein Gefühl der Sicherheit im Aufzug sorgen heute sehr hohe Sicherheitsanforderungen und regelmäßige Überprüfungen des vorhandenen Sicherheitssystems.

 

Welche Gesetze und Vorschriften müssen eingehalten werden?

 
Verschiedene gesetzliche Vorschriften und deren Konkretisierungen und Praxisanleitungen regeln die Überwachung, Instandsetzung, Wartung sowie die Umsetzung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Betrieb von Aufzugsanlagen.

 
Aufzüge sind zum einen überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Diese werden von den technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) konkretisiert, bieten Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung und geben entsprechende Maßnahmen vor. Richtet sich der Betreiber einer Aufzugsanlage nach der TRBS 3121 „Betrieb von Aufzugsanlagen“, kann er davon ausgehen, die Vorschriften der BetrSichV einzuhalten. Zum anderen wird die Beschaffenheit von Fahrstühlen auch durch die Aufzugsrichtlinie 95/16/EG geregelt. Diese befasst sich allerdings lediglich mit den Anforderungen für das Inverkehrbringen von Aufzugsanlagen. Weitere spezielle Regelungen sind in den TRBS 1201 Teil 4 „Prüfung von überwachungsbedürftigen Anlagen – Prüfung von Aufzugsanlagen“ sowie in den TRBS 1121 „Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ enthalten.

 

Wichtige Begrifflichkeiten

 

Aufzugsanlagen

 
Aufzüge dienen als Arbeitsmittel und Personenbeförderungsanlage. Mögliche Ausführungen sind Behälter-, Kleingüter- und Güteraufzüge sowie Personenaufzüge, Last- und Fassadenaufzüge. Die TRBS bezieht sich ausschließlich auf Aufzüge, die dauerhaft in Gebäuden bedient werden und deren Sicherheitsbauteile. Weitere Voraussetzungen sind die Fortbewegung eines Lastträgers zwischen mindestens zwei festgelegten Ebenen, entlang starr montierter Führungen, mit einer Steigung von wenigstens 15 °. Außerdem dient das Hebezeug entweder zur Personenbeförderung, zur Güter- und Personenbeförderung oder nur zum Transport von Gütern, wenn der Lastträger mit einer Steuereinrichtung ausgestattet ist und von einer Person problemlos betreten und gesteuert werden kann. Auch Aufzüge, die sich nicht entlang starrer Führungen, jedoch in einer komplett festgelegten Bahn bewegen, zählen unter diese Richtlinie.

 
Die Richtlinie 95/16/EG gilt nicht für folgende Hebezeuge:

  • Aufzüge, die ausschließlich für die Güterbeförderung verwendet werden
  • Baustellenaufzüge
  • Hebezeuge mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 0,15 m/s
  • Seilgeführte Einrichtungen, einschließlich Seilbahnen
  • Aufzüge, die speziell für militärische Zwecke gebaut sind
  • Aufzüge, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung gebaut sind
  • Hebezeuge, von denen aus Arbeiten durchgeführt werden könne
  • Schachtförderanlagen
  • Aufzüge zur Beförderung von Darstellern während künstlerischen Vorführungen
  • Hebezeuge, die in Beförderungsmittel eingebaut sind
  • Hebezeuge, die ausschließlich für den Zugang zu Arbeitsplätzen bestimmt und mit Maschinen verbunden sind (zum Beispiel Fördereinrichtungen, die mit Kranen fest verbunden und zur Beförderung der Kranführer bestimmt sind)
  • Aufzüge, die zum Erreichen von Wartungs- und Inspektionspunkten an Maschinen vorgesehen sind
  • Zahnradbahnen
  • Fahrtreppen und Fahrsteige
  • Schiffhebewerke
  • Geräte und Anlagen zur Regalbedienung
  • Schrägbahnen, ausgenommen Schrägaufzüge
  • Handbetriebene Aufzugsanlagen
  • Versenkbare Steuerhäuser auf Binnenschiffen

Lastträger

 
Lastträger ist die Fläche, Kabine oder der Fahrkorb, in denen die beförderte Person und/oder das Gut während der Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung untergebracht sind.

 

Betreiber

 
Die TRBS 3121 richtet sich mit seinen Pflichten und Vorschriften zu Aufzugsanlagen an den Betreiber. Ein sicherer Betrieb von Aufzugsanlagen kann nur gewährleistet werden, wenn der Betreiber seiner Verantwortung nachkommt. Aus diesem Grund darf es in dem entsprechenden Gebäude keine Missverständnisse über den Begriff „Betreiber“ geben.

 
Es müssen der Eigentümer, der Nutzer sowie der Betreiber begrifflich unterschieden werden. Der Eigentümer wäre beispielsweise zum Verkauf des Gebäudes berechtigt, der Nutzer könnte ein Mieter sein und der Betreiber ist verantwortlich für den Winterdienst oder für die Wartung von Bauteilen, zum Beispiel von Aufzügen. Es ist möglich, dass der Eigentümer in seiner Immobilie wohnt und diese auch betreibt, dann sind alle Funktionen in einer Person vereint. Der Eigentümer von großen Büroräumen kann aber auch weit weg wohnen und einen externen Dienstleister für die Wartung einstellen. Der Betreiber ist somit entweder eine juristische oder natürliche Person. Er trägt die Verantwortung über die Aufzugsanlage und deren Sicherheit, Wartung und Instandhaltung. Die Verhältnisse müssen in jedem Fall klar sein, damit keine Prüfung verpasst und der sichere Zustand der Aufzuganlage stets gewährleistet ist.

 

Beauftragte Person

 
Wer früher als „Aufzugswärter“ bezeichnet wurde, trägt heute den Titel „beauftragte Person für Aufzugsanlagen“. Der Betreiber beauftragt für die kontinuierliche Aufsicht und Kontrolle der betreffenden Aufzugsanlage eine Person. Diese muss mindestens 18 Jahre alt sein und zur Erledigung seiner Aufgaben eine ausführliche Unterweisung erhalten, welche ein Mitarbeiter des Montagebetriebes, der Zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) oder des Instandhaltungsunternehmens durchführen kann. Die Absolvierung der Schulung ist schriftlich festzuhalten und eine Liste der beauftragten Personen zur Hinterlegung im Betrieb zu erstellen. Über den Zeitpunkt regelmäßiger Auffrischungen entscheidet der Betreiber. Weitere Voraussetzungen für die Ausübung dieser Tätigkeit in Eigenverantwortung sind eine gute technische Ausbildung sowie praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Aufzugstechnik. Die entsprechenden Vorschriften müssen bekannt sein und umgesetzt werden können. Außerdem muss die beauftragte Person in der Lage sein, die vorgeschriebenen Bescheinigungen und Protokolle zu erstellen, die bei Prüfungen angefertigt werden.

 
Sowohl die Bedienung der Aufzugsanlage als auch die Personenbefreiung, soweit erforderlich, zählen zu den Aufgaben des beauftragten Personals. Weitere Kontrollen, die vom beauftragten Personal regelmäßig durchgeführt werden müssen sind:

  • die Zugänge zum Fahrschacht, zum Triebwerk und den dazugehörenden Schalteinrichtungen müssen frei und sicher begehbar sein und im Triebwerksraum dürfen keine aufzugsfremden Gegenstände gelagert werden
  • der Fahrkorb darf nicht anfahren können, solange eine Schachttür geöffnet ist
  • eine Schachttür darf sich nicht öffnen lassen, solange sich der Fahrkorb außerhalb der Entriegelungszone dieser Tür befindet
  • der Fahrkorb darf nicht anfahren können, solange die Fahrkorbtür geöffnet ist
  • die für die Aufzugsanlage übliche Haltegenauigkeit muss in den einzelnen Haltestellen noch vorhanden sein
  • die Notrufeinrichtung muss funktionieren (soweit das Notrufsystem nicht eine automatische Selbstprüfung enthält) und die Hinweise zur Personenbefreiung an der Hauptzugangsstelle müssen lesbar und aktuell sein
  • der Notbremsschalter bzw. der TÜR-AUF-Taster muss wirksam sein
  • bei Fahrkörben ohne Fahrkorbtüren darf die Schachtwand an den Zugangsseiten des Fahrkorbes nicht beschädigt sein
  • die Fahrkorbbeleuchtung muss funktionsfähig sein
  • Fahrkorbwände und -türen sowie Schachtwände und -türen dürfen nicht mechanisch beschädigt sein
  • die bestimmungsgemäße Benutzung bzw. der ordnungsgemäße Betrieb der Aufzugsanlage muss entsprechend den Herstellervorgaben stattfinden

Sollte die unterwiesene Person Mängel oder Schäden feststellen, muss er diese sofort an den Betreiber der Aufzugsanlage melden. Dieser hat die Pflicht die Außerbetriebnahme des Fahrstuhles deutlich sichtbar zu kennzeichnen und wenn nötig den Zugang zur Anlage abzusperren. Dazu können schlichte „Außer Betrieb“-Schilder oder Absperrband genutzt werden. Ist die Sicherheit von Personen durch die ermittelten Schäden gefährdet, muss die Aufzugsanlage in jedem Fall außer Betrieb genommen und entsprechende Reparaturmaßnahmen getroffen werden.

 

Pflichten des Betreibers

 
Um den sicheren Zustand einer Aufzugsanlage stets zu gewährleisten, hat der Betreiber verschiedene Pflichten zu erfüllen. Grundsätzlich muss die Anlage nach dem aktuellen Stand der Technik montiert, installiert und betrieben werden sowie für den Betriebsort und dessen Bedingungen geeignet sein. Wird die Anlage vorschriftsmäßig bedient, muss die Gesundheit und Sicherheit jeder, die Anlage nutzenden Person, garantiert sein. Neben der Betriebsanleitung des Aufzuges werden durch Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten viele Schriftstücke und Dokumente für die Anlage erstellt. Diese muss der Betreiber sorgfältig aufbewahren und kontinuierlich aktualisieren. Außerdem muss er dem Prüfpersonal die erforderlichen Prüfberichte zur Verfügung stellen und dafür Sorge tragen, dass ein sicherer Zugang zum Gebäude und der Aufzugsanlage möglich ist. Auch die entsprechenden Schlüssel beispielsweise zu Triebwerks-, Inspektions- oder Nottüren müssen verfügbar und für die befugten Personen zugänglich sein. Für den Fall,  dass eine Aufzugsanlage stecken bleibt, müssen Hinweise zur Notbefreiung gut sichtbar und haltbar neben den Notbefreiungselementen angebracht sein, um eine Panik zu verhindern und eine schnelle Befreiung zu ermöglichen.

 
Sollte es zu einem Betreiberwechsel kommen, müssen alle Dokumente und Informationen zur Anlage in einem ordentlichen Zustand und vollständig übergeben werden.

 

Prüfarten und -umfänge

 
Der Betrieb und die Instandhaltung von Aufzugsanlagen werden durch die verschiedenen Regelungen und Vorschriften, wie die Betriebssicherheitsverordnung, die technischen Regeln für Betriebssicherheit oder der Aufzugsrichtlinie keinesfalls sich selbst überlassen. Eine solche technische Einrichtung zur Personen- und Güterbeförderung bedarf ständiger Kontrolle und Aufsicht unterschiedlicher Art und Umfang. Es gibt regelmäßig durchzuführende allgemeine Prüfungen, die sich auf die richtige Montage, Installation und die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtungen bezieht. Wesentliche Veränderungen, Betriebsstilllegungen oder Schadensfälle haben weitere Prüfungen, wie beispielsweise eine außerordentliche Prüfung zur Folge.

 

Prüfung vor der Inbetriebnahme

 
Laut Betriebssicherheitsverordnung müssen Aufzuge, die nach der Aufzugsrichtlinie 95/16/EG vom Montagebetrieb erstmalig zur Verfügung gestellt werden, nicht vor der ersten Inbetriebnahme überprüft werden. Dieser Zustand wird durch das CE-Kennzeichen verdeutlicht.

 
Aufzugsanlagen, die nicht mit einem CE-Zeichen versehen wurden, müssen vor der Inbetriebnahme überprüft werden. In erster Instanz muss eine Ordnungsprüfung stattfinden. Diese soll sicherstellen, dass alle Dokumente vollständig, die Montage fehlerfrei und die vorgesehene Betriebsweise berücksichtigt sind. Außerdem enthält die Prüfung die Feststellung des Standes der Technik. Dazu zählen die Beurteilung der statischen und dynamischen Nachweise der Konstruktionsteile sowie der elektrischen und hydraulischen Schaltpläne, der Nachweise und Prüfanleitungen zu den verwendeten Sicherheitsbauteilen, die Überprüfung möglicher Abweichungen zur Norm sowie die Veranlassung entsprechender Ersatzmaßnahmen.

 

In zweiter Instanz erfolgt die Prüfung am Betriebsort. Dafür müssen die nötigen Prüfanleitungen, Prüfmittel oder die Vorgaben des Herstellers zur Prüfung vor Ort griffbereit und einsehbar sein. Sie dienen als Grundlage, um die Funktionalität aller Sicherheitseinrichtungen zu beurteilen. Auch die Sicherheitsschalter und die Schutzeinrichtungen des Sicherheitsstromkreises müssen auf ihre Wirksamkeit untersucht werden. Folgende Schritte umfasst die Prüfung am Betriebsort im Detail:

  • Vergleich der Aufzugsanlage mit den festgelegten Daten in den Unterlagen
  • Prüfung der Tragmittel sowie deren Befestigung auf ordnungsgemäßen Zustand
  • Prüfung des Notrufsystems einschließlich der Übertragungseinrichtungen zwischen Aufzug und der ständig besetzen Notrufannahmestelle
  • Prüfung von mechanischen Bremsen
  • Prüfung der Treibfähigkeit (bei Aufzugsanlagen mit Treibscheibenantrieb)
  • Prüfung der Fangvorrichtung (bei Aufzugsanlagen mit Fangvorrichtung)
  • Prüfung der Sicherheitseinrichtung gegen unkontrollierte Aufwärtsbewegung (bei Aufzugsanlagen mit Sicherheitseinrichtung gegen unkontrollierte Aufwärtsbewegung)
  • Prüfung von Aufzugsanlagen mit hydraulischem Antrieb (bei Aufzugsanlagen mit hydraulischem Antrieb)
  • Prüfung von Funktion und Wirksamkeit von Puffern (bei Aufzugsanlagen mit Puffern)
  • Prüfung der Aufsetzvorrichtung (bei Aufzugsanlagen mit Aufsetzvorrichtung)
  • Prüfung der Funktion der Tragseil-Gewichtsausgleicheinrichtung
  • Prüfung der Sicherheit der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel der Aufzugsanlage

Wiederkehrende Prüfung/Hauptprüfung

 
Der Betreiber einer Aufzugsanlage hat die Pflicht, eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle in regelmäßigen Abständen mit der Überprüfung der Anlage zu beauftragen. Hier kommt es besonders darauf an wiederrum den arbeitssicheren Zustand der elektrischen Anlage und aller Betriebsmittel der Anlage festzustellen. Die maximale Frist für die wiederkehrende Prüfung beträgt gemäß Aufzugsrichtlinie 95/16/EG zwei Jahre. Dieser Zeitraum gilt auf für Personen-Umlaufaufzüge sowie Bauaufzüge mit Personenbeförderung. Eine Ausnahme bilden Aufzüge nach der Maschinenrichtlinie 98/37/EG, hier muss alle vier Jahre geprüft werden. Die wiederkehrende oder auch Hauptprüfung gleicht der Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und umfasst die selben Prüfinhalte.

 

Zwischenprüfung

 
Nach der Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme oder der ersten wiederkehrenden Prüfung sowie jeweils zwischen zwei Hauptprüfungen ist die Aufzugsanlage erneut auf ordnungsgemäßen Betrieb und sicheren Zustand zu prüfen. Es findet eine sogenannte Zwischenprüfung statt. Sie umfasst im Wesentlichen:

  • Prüfung der Treibscheibe auf Verschleiß
  • Prüfung der Tragmittel sowie deren Befestigung auf ordnungsgemäßen Zustand
  • Prüfung des Notrufsystems
  • Prüfung der mechanischem Bremse
  • Prüfung der Fahrkorbtür, der Schachttüren sowie deren Verschlüsse und elektrische Sicherheitseinrichtungen

Im Wesentlichen dient die Zwischenprüfung dazu festzustellen, ob die Aufzugsanlage ordnungsgemäß und sicher betrieben werden kann.

 

Prüfungen nach Änderungen/wesentlichen Veränderungen

 
Es gibt zahllose Möglichkeiten den Zustand einer Aufzugsanlage zu verändern. Beispiele für Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen sind:

  • Versetzen der kompletten Aufzugsanlage
  • Änderung des kompletten Schachtes
  • Änderung oder Erneuerung der Schachtwand, Schachtdecke, des Schachtbodens
  • Aufstockung oder Abstockung
  • Entfernen oder Verschließen eines Zugangs
  • Einbau eines Systems zur Schachtbelüftung
  • Erneuerung der Notrufeinrichtung
  • Erneuerung des elektrischen Sicherheitssystems
  • Änderung der Nenngeschwindigkeit der Anlage
  • Änderung der Führungsschienen
  • Änderung der Türschwellen
  • Änderung des Fahrkorbgewichtes
  • Komplett neuer Fahrkorb

Dies ist nur ein Bruchteil von zahlreichen weiteren Änderungsmaßnahmen, die an Aufzugsanlagen üblicherweise durchgeführt werden. Eine Inbetriebnahme darf nach solchen Erneuerungen erst stattfinden, wenn der betriebssichere und ordnungsgemäße Zustand, hinsichtlich der Montage, Installation sowie den Aufstellbedingungen, der Anlage festgestellt wurde. Mit Prüfungen nach einer Änderung oder wesentlichen Veränderungen befassen sich neben der BetrSichV auch die TRBS 1121. Eine zugelassene Überwachungsstelle muss vom Betreiber der Anlage beauftragt werden, die Funktion und Wirksamkeit der geänderten Teile und deren Wirksamkeit auf die gesamte Aufzugsanlage zu beurteilen. Für die Prüfung muss sich die Anlage in einem betriebsbereiten Zustand befinden. Wesentliche Veränderungen können der Versatz der Anlage in eine völlig neue Umgebung oder ein neuer Einsatzbereich sein. Ein Fahrstuhl in einem Bürogebäude beispielsweise hat einen anderen Stellenwert als ein Feuerwehraufzug oder ein Aufzug in einer explosionsfähigen Atmosphäre. In diesen Fällen sind die sicherheitstechnischen Bewertungen und die Gefährdungsbeurteilung neu aufzusetzen.

 

Angeordnete außerordentliche Prüfung

 
Liegt bei einer Aufzugsanlage ein Schaden oder der Verdacht vor, dass sicherheitstechnische Mängel bestehen, kann die zuständige Behörde eine außerordentliche Prüfung für diese Anlage anordnen. Der Umfang und die Art der Prüfung hängen von der entsprechenden Behörde ab und werden von Fall zu Fall individuell festgelegt. Ist beispielsweise ein Zwischenfall mit Personenschaden aufgetreten, kann die zuständige Aufsichtsbehörde eine Unfallanalyse anordnen. Eine außerordentliche Prüfung muss nach der Anordnung sofort vom Betreiber veranlasst werden.

 

Dokumentation der Prüfungen

 
Die Ergebnisse jeder Prüfung, egal ob außerordentlich, wiederkehrend oder vor der ersten Inbetriebnahme müssen schriftlich niedergelegt werden. Dazu eignet sich die Erstellung von Prüfbescheinigungen, welche am Betriebsort der geprüften Aufzugsanlage aufzubewahren sind. Sollte die zugelassene Überwachungsstelle oder die befähigte Person Mängel oder Schäden feststellen, die den sicheren Zustand des Aufzugs beeinträchtigen, müssen diese unverzüglich an die zuständige Behörde gemeldet werden.

 

Kennzeichnung der Aufzugsanlage

 
Neben der Dokumentation der Prüfergebnisse in Form von Bescheinigungen eignet sich besonders die Anbringung von Prüfplaketten. Die Plakette muss gut sichtbar und dauerhaft im Fahrkorb oder an der Hauptzugangsstelle der Anlage angebracht werden. Sie gibt Monat und Jahr der nächsten fälligen Prüfung sowie den Namen der zugelassenen Überwachungsstelle, die die Prüfung durchgeführt hat an . Die entsprechenden Prüfplaketten für die Kennzeichnung von Aufzugsanlagen sind im Onlineshop der Brewes GmbH erhältlich.

 
Diese Prüfzeichen enthalten im Aufdruck die „BetrSichV“, welche wiederum von der TRBS konkretisiert wird.

 

Prüfung von Aufzugsanlagen

 

Hinweis- und Verbotsschilder

 

„Aufzug Außer Betrieb“-Schilder

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