09.09.2013

Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel nach DIN VDE 0105-100

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. hat das oberste Ziel einen Wissensaustausch zwischen Entwicklern, Forschern und Anwendern entstehen zu lassen. Eines von vielen Tätigkeitsfeldern um das zu erreichen, ist die Entwicklung von Normen. Diese sollen vor allem eine schrittweise Vereinheitlichung des europäischen Sicherheitsstandards bewirken. Die VDE-Norm 0105-100 gibt Betreibern von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln Anweisungen, wie die gesetzlichen Pflichten zur sicheren Nutzung und Bedienung elektrischer Einrichtungen eingehalten werden. Solange noch kein einheitlicher Sicherheitsstandard festgelegt ist, berücksichtigt die VDE 0105-100 alle derzeitigen national unterschiedlichen Sicherheitsfestlegungen.

 
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel haben je nach Branche und Verwendungszweck die verschiedensten technischen Eigenschaften. Es existieren ortsfeste elektrische Anlagen, wie Installationen in Gebäuden und auch ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel. Die Verwendung, Umwandlung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie haben sie gemeinsam. Die VDE-Norm fordert die Gewährleistung und Erhaltung eines sicheren Zustandes von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln, um diese gefahrlos zu verwenden. Damit jeder Betreiber oder Unternehmer seinen gesetzlichen Verpflichtungen beim Betrieb von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln nachkommen kann, enthält die Norm VDE 0105-100 detaillierte Anweisungen zu Instandhaltung und regelmäßigen Prüfungen.

 

Wann wird die Norm VDE 0105-100 angewendet?

 
Die Norm regelt jegliches Arbeiten im Zusammenhang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln. Das heißt nicht nur die direkte Bedienung und das Arbeiten an der Anlage, sondern auch Tätigkeiten in der Nähe werden innerhalb der VDE 0105-100 thematisiert. Demnach gelten die Anforderungen der Norm sowohl für Überprüfungs-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Bedienungsarbeiten, als auch für Bauarbeiten in der Nähe elektrotechnischer Anlagen, bei denen eine elektrische Gefahr besteht. In den Geltungsbereich der Norm fallen dabei die elektrischen Anlagen jeder Spannungsebene, von Kleinspannung, über Mittelspannung bis hin zu Hoch- und Höchstspannung.

 

Wann wird die Norm VDE 0105-100 nicht angewendet?

 
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel, die so installiert und konstruiert wurden, dass sie für den Gebrauch durch Laien vorgesehen sind, zählen nicht unter die Norm VDE 0105-100. Es gibt weitere Ausführungen elektrischer Einrichtungen, für die die Norm nicht konzipiert wurde, wie Kommunikations- und Informationssysteme, Anlagen im Bergbau oder elektrische Bahnsysteme. Dennoch wird die Anwendung der Norminhalte bei diesen elektrischen Anlagen empfohlen, sollten keine anderen Vorgaben und Regelungen zur Verfügung stehen.

 

Was ist neu in der VDE 0105-100?

 
Die aktuelle VDE 0105-100: 2009-10 ersetzt die bisherigen Normen DIN VDE 0105-100: 2005-06 und DIN VDE 0105-100/A1.

 
Der Abschnitt über das Arbeiten unter Spannung wurde komplett überarbeitet und an den Stand der Technik angepasst. Die Formulierungen wurden so geändert, dass sie leichter für den Praxisgebrauch umsetzbar sind. Die Neuerungen beziehen sich außerdem auf zusätzliche oder geänderte Begriffserklärungen. Beispielsweise werden abgeschlossene elektrische Betriebsstätten sowie der Unterschied zwischen Anlagenbetreiber und Anlagenverantwortlicher definiert.

 

Abgeschlossene elektrische Betriebsstätten

 
Eine abgeschlossene elektrische Betriebsstätte ist ein unter Verschluss gehaltener Raum oder Ort, der einzig zum Betrieb elektrischer Anlagen dient. Der Zutritt ist nur Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen gestattet. Elektrotechnische Laien dürfen eine abgeschlossene elektrische Betriebsstätte nur unter Begleitung einer Elektrofachkraft oder einer elektrotechnisch unterwiesenen Person betreten.

 

Anlagenbetreiber

 
Der Anlagenbetreiber ist der Unternehmer oder eine vom Unternehmer beauftragte natürliche oder juristische Person. Sie hat die Verantwortung, für den sicheren Betrieb und ordnungsgemäßen Zustand der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel zu sorgen.

 

Anlagenverantwortlicher

 
Dem Anlagenverantwortlichen obliegt die arbeitsbezogene Verantwortung über die elektrische Anlage. Das heißt, wann immer an der Anlage gearbeitet wird, ist er verantwortlich für den sicheren Betrieb der elektrischen Anlage sowie der dazugehörigen Anlagenteile. Der Anlagenverantwortliche hat außerdem die Verkehrssicherungspflicht und muss dafür sorgen, dass nur Personen mit der elektrischen Anlage arbeiten, die mit den Umgebungs- und Anlagengefahren vertraut sind. Der Anlagenverantwortliche muss beurteilen können, in welcher Weise sich die Arbeiten an einer elektrischen Anlage auf diese auswirken und welche Folgen das wiederrum für die Durchführung der Arbeit hat. Ohne einen festgelegten Anlagenverantwortlichen, darf es keine Arbeiten an oder mit einer elektrischen Anlage geben. Es ist dem Anlagenverantwortlichen dennoch erlaubt, einige seiner Pflichten an andere befähigte Personen zu übertragen.

 

Sicherer Betrieb elektrischer Anlagen

 
Detaillierte Beschreibungen und Erläuterungen zum Betrieb elektrischer Anlagen sind in den jeweiligen Betriebs- und Gebrauchsanleitungen zu finden. Die DIN VDE 0105-100 enthält einige Anweisungen und Anforderungen für den sicheren Betrieb einer elektrischen Anlage.

 
Jeder Bedienvorgang und jede Arbeit an einer elektrischen Anlage ist abhängig von ihrem elektrischen Risiko. Wie hoch das ist, muss immer vor der Bedienung festgestellt werden. Nach der Beurteilung der Anlage und vor der Arbeitsaufnahme sind entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes ist oberste Priorität beim Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln. Sollten sich die Umgebungs- oder Betriebsbedingungen der Anlage verändern, beispielweise von einer trockenen in eine feuchte Umgebung oder in einen feuer- oder explosionsgefährdeten Bereich, ist die Anlage den bestehenden Errichtungsnormen anzupassen.

 
Eine elektrische Anlage befindet sich nicht mehr im ordnungsgemäßen Zustand, sollten Sicherheits-, Schutz- oder Überwachungseinrichtungen willkürlich außer Betrieb genommen oder verstellt werden. Aus diesem Grund sind solche Handlungen zu unterlassen, es sein denn es handelt sich um eine Überprüfung der Anlage. Behelfsmäßig geflickte oder überbrückte Sicherungen dürfen in keinem Fall verwendet werden. Auch der Austausch von Sicherungen, die unter Strom stehen, darf nur durchgeführt werden, wenn dabei keine Gefahr besteht.

 
Grundsätzlich gilt, dass mit elektrischen Betriebsmitteln und Anlagen sorgfältig umzugehen ist. Oftmals werden die elektrischen Einrichtungen stark beansprucht. Auch unbeabsichtigte Zusammenstöße oder ein unsachgemäßer Umgang können die Anlage nachhaltig beschädigen. Diese Beschädigungen wiederrum können eine Gefahr für Personen, Tiere oder Sachen zu Folge haben und beispielsweise Brände auslösen. Deshalb  müssen ungewöhnliche Erscheinungen, wie unnormale Geräusche, Brandgeruch oder gar Funken sofort dem Anlagenverantwortlichen und -betreiber gemeldet werden. Die Mängel müssen dann schnellstmöglich beseitigt werden. Sollte das aus betriebstechnischen Gründen nicht sofort möglich sein, ist die Anlage oder das Betriebsmittel zumindest entsprechend zu kennzeichnen oder zu sperren. Geht von den schadhaften elektrischen Betriebsmitteln eine unmittelbare Gefahr für den Nutzer aus, darf das Teil oder die Anlagen nicht genutzt werden, bis eine Reparatur oder ein Austausch stattgefunden hat. Obwohl ein Schaden schwerwiegend ist, muss er nicht von außen sichtbar sein. Aus diesem Grund ist die Kennzeichnung durch Verbotsschilder notwendig. Vor der Wiederinbetriebnahme muss der ordnungsgemäße und arbeitssichere Zustand der Anlage sichergestellt werden.

 

Erhalten des ordnungsgemäßen Zustandes

 
Die Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes elektrischer Anlagen wird durch verschiedene Vorschriften und Regelungen, unter anderem die VDE-Norm 0105-100, die Herstelleranweisungen sowie die Sicherheitsvorschriften der Feuerversicherer geregelt. Wichtige Inhalte sind die sofortige Meldung jeglichen Schadens und die Behebung durch eine Elektrofachkraft. Außerdem dürfen Sicherheits- und Schutzeinrichtungen weder verstellt, verändert oder unwirksam gemacht werden. Auch die Sauberkeit spielt eine wichtige Rolle im Umgang mit elektrischen Anlagen, besonders in Bezug auf die Brandverhütung. Entsprechende Betriebsmittel müssen regelmäßig von Verschmutzungen befreit und von brennbaren Stoffen ferngehalten werden.

 
Weitere Maßnahmen zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes sind regelmäßiges Messen und Erproben als Bestandteil von wiederkehrenden Prüfungen.

 

Erstprüfung elektrischer Anlagen

 
Laut DIN VDE 0100-600 sind elektrische Anlagen zu überprüfen bevor sie vom Benutzer in Betrieb genommen werden. Eine Erstprüfung muss auch bei einer Neuerrichtung oder nach einer wesentlichen Änderung stattfinden. Nach der Erstprüfung müssen elektrische Anlagen wiederkehrend geprüft werden.

 

Prüfung elektrischer Anlagen

 
Nach der Erstprüfung und während des darauf folgenden Betriebs der elektrischen Anlage können mit der Zeit Verschleißerscheinungen oder Schäden auftreten. Diese stellen eine Gefährdung für den Nutzer der Anlage auf der einen Seite und eine Behinderung des reibungslosen Betriebsablaufes auf der anderen Seite dar. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen den Sicherheitsvorschriften sowie den bestehenden Errichtungsnormen entsprechen. Regelmäßige Prüfungen sorgen dafür, dass alle Vorschriften eingehalten und dass sich die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel in einem ordnungsgemäßen, sicheren Zustand befinden.
Die Prüfungen müssen Faktoren wie das Alter, die Umgebungseinflüsse, den allgemeinen Zustand, die Beanspruchung, die Schaltpläne, die letzten Prüfergebnisse und technische Dokumentationen berücksichtigen.

 

Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen

 
Wiederkehrende Prüfungen enthalten in der Regel die Schritte „Besichtigen“, „Messen“ und „Erproben“ und werden von Elektrofachkräften durchgeführt. Diese müssen in der Vergangenheit bereits Prüfungen dieser Art vorgenommen und dadurch ausreichend Erfahrungen und Kenntnisse auf dem Gebiet gesammelt haben. Der Prüfer muss außerdem Kenntnis über die einschlägigen elektrotechnischen Regeln, der DIN VDE 0105-100 sowie der DIN VDE 0701-0702 zur „Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte – Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte“ besitzen. Auch Vorgaben zur geeigneten Prüftechnik müssen bei der Prüfung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln eingehalten werden. Die Messtechnik beispielsweise muss der VDE-Norm 0413 entsprechen. Ziel von wiederkehrenden Prüfungen ist die schnelle Feststellung und Behebung von Mängeln, um ein sicheres Bedienen und Arbeiten mit der elektrischen Anlage zu ermöglichen. Genauer beinhaltet der ordnungsgemäße sicherheitstechnische Zustand, dass keine Gefahr besteht durch:

  • Elektrischen Schlag und Verbrennungen
  • Elektrisch gezündete Brände
  • Schäden am Eigentum durch Wärme und Brand
  • Starke, sicherheitsbeeinträchtigende Beschädigungen an der elektrischen Anlage
  • Blitzeinwirkung oder Überspannung

Bei wiederkehrenden Prüfungen müssen die vorhergehenden Prüfprotokolle zu Rate gezogen und mit dem aktuellen Zustand der Anlage verglichen werden. Empfehlungen aus Prüfberichten sind in jedem Fall in Betracht zu ziehen und bestenfalls zu befolgen.

 

Wiederkehrende Prüfungen durch Besichtigen

 
Wiederkehrende Prüfungen durch Besichtigen der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel geben Antwort auf folgende Fragen:

  • Sind äußerlich erkennbare Schäden vorhanden?
  • Entspricht der Zustand der elektrischen Anlage den bestehenden Errichtungsnormen?
  • Sind der Standort und dessen Eigenschaften geeignet für die elektrische Anlage und Betriebsmittel?
  • Besteht der Schutz gegen direktes Berühren bei aktiven elektrischen Teilen?
  • Entsprechen die Schutzmaßnahmen auch bei indirekter Berührung den Errichtungsnormen?
  • Sind die notwendigen Überspannungs- oder Überstromschutzeinrichtungen vorhanden und funktionsfähig?
  • Sind die Schaltpläne vorhanden und zutreffend?
  • Sind alle notwendigen Beschriftungen und permanenten Kennzeichnungen der Stromkreise vorhanden und zutreffend?
  • Sind die Gebrauchs- und Betriebsanleitungen vorhanden und zutreffend?
  • Sind alle Unfallverhütungs- und Brandbekämpfungseinrichtungen, wie Sicherheitsschilder, Schutzvorrichtungen, Isolierungen und Hilfsmittel vollständig und schadensfrei?
  • Werden alle Vorgaben des Herstellers zur Montage der Betriebsmittel immer noch eingehalten?

Wiederkehrende Prüfungen durch Erproben

 
Beim Erproben der Wirksamkeit einer elektrischen Anlage, wird der thermische, mechanische und elektrische Zustand ermittelt. Erprobungen an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln dürfen nur von Elektrofachkräften, elektronisch unterwiesenen Personen oder von Laien, welche unter Aufsicht einer Elektrofachkraft stehen, durchgeführt werden. Die Anlage darf während des Erprobens nicht unter Spannung stehen. Außerdem müssen alle Maßnahmen zum Schutz vor elektrischem Schlag getroffen werden. Es ist während der Erprobung sicherzustellen, dass die Anlage nicht von einer Stromquelle wieder unter Spannung gesetzt wird.

 
Bei Erprobungen werden unter anderem folgende Betriebsmittel und Schutzeinrichtungen auf ihre Funktionalität und Wirksamkeit getestet:

  • Elektrische Schutzeinrichtungen, wie Not-Ausschalter, Verriegelungen oder Schutzrelais
  • Isolationsüberwachungsgeräte
  • Melde- und Anzeigeeinrichtungen, wie Meldeleuchten, Meldeeinrichtung für die Schaltstellungsanzeige an ferngesteuerten Schaltern

Erprobungen können auch verschiedene Messungen beinhalten, welche im Folgenden genauer erläutert werden.

 

Wiederkehrende Prüfungen durch Messen

 
Um alle relevanten physikalischen Daten zu erfassen und zu überprüfen, werden regelmäßig Messungen an elektrischen Anlagen vorgenommen. Auch Messungen dürfen nur von Elektrofachkräften, elektrotechnisch unterwiesenen Personen oder beaufsichtigten Laien ausgeführt werden. Die verwendeten Messgeräte müssen in einem sicheren Zustand und für die Messung geeignet sein. Sie sollten der DIN EN 61557 entsprechen oder zumindest die darin enthaltenen Vorgaben für die Leistung und Sicherheit einhalten. Vor und wenn nötig auch nach der Nutzung von Messgeräten, sollten diese überprüft werden. Beim Messen kann es unter Umständen zur unabsichtlichen Berührung von unter Spannung stehenden Teilen kommen. Um die gesundheitliche Gefährdung zu minimieren, sind Schutzausrüstungen sowie weitere entsprechende Maßnahmen gegen elektrischen Schlag zu treffen.

 
Mit Messungen soll die Funktionalität der Schutzeinrichtungen beurteilt werden, wenn an der Anlage irgendein Schaden oder Fehler besteht. Gemessene und überprüfte Werte sind beispielsweise:

  • Schutzleiterwiderstand
  • Schleifenwiderstand
  • Auslöse-Fehlerstrom
  • Ansprechwert von Isolationsüberwachungseinrichtungen
  • Einhaltung der Abschaltzeit (bei Stromkreisen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD))

Wiederkehrende Prüfungen sonstiger Art

 
Wiederkehrende Prüfungen beinhalten außerdem die Überprüfung, ob elektrische Anlagen allen geforderten Anpassungen unterzogen wurden. Beispielweise kann sich das Leitungsnetz ändern und somit eine erhöhte thermische oder dynamische Beanspruchung für die elektrische Anlage entstehen. Solche Änderungen müssen bei der wiederkehrenden Prüfung berücksichtigt werden, da elektrische Anlagen und Betriebsmittel immer den Umgebungsbedingungen genügen müssen.

 

Prüfbericht für wiederkehrende Prüfungen

 
Nach jeder Prüfung einer elektrischen Anlage oder eines Betriebsmittels muss ein umfassender Prüfbericht erstellt werden. Dieser dokumentiert den Umfang sowie alle Ergebnisse der Besichtigungen, Erprobungen und Messungen. Es werden Details zum Zustand einzelner Anlagenteile sowie festgestellte Schäden, Änderungen und Abweichungen schriftlich festgehalten. Der Bericht wird von der für die Prüfung verantwortlichen Person erstellt und der Person ausgehändigt, die die Überprüfung in Auftrag gegeben hat.

 
Ein Prüfbericht sollte mindestens folgende Informationen enthalten:

  • Name und Anschrift des Auftraggebers sowie des Prüfers
  • Objektbezeichnung
  • Verwendete Messgeräte und Prüfgeräte
  • Datum der Prüfung
  • Unterschrift des Prüfers
  • Erweiterungen, Änderungen, Abweichungen und dazugehörige Auswirkungen auf den Zustand der elektrischen Anlagen
  • Schäden, Fehler, Verschlechterungen im Vergleich zu vorheriger Prüfung
  • Abweichung von Normanforderungen oder aktuellem Stand der Technik
  • Beurteilung des betriebssicheren Zustandes
  • Empfehlungen für Reparaturen, Austausch oder Verbesserungen
  • Bewertung der gewonnenen Ergebnisse durch den Prüfer
  • Empfehlungen zum Zeitpunkt der nächsten Prüfung

Häufigkeit der wiederkehrenden Prüfungen

 
In der DIN VDE 0105-100 wird keine genaue Vorgabe für die Prüffristen wiederkehrender Prüfungen getroffen. Die Norm legt fest, dass die Überprüfung in geeigneten Zeitabständen durchzuführen ist. Diese Zeitabstände variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren:

  • Art und Ausführung der elektrischen Anlage und Betriebsmittel
  • Häufigkeit und Art der Anwendung der elektrischen Anlagen
  • Häufigkeit der Wartung
  • Qualität und Umfang der durchgeführten Wartungen
  • Fehlerquote der elektrischen Anlage
  • Umgebungsbedingungen der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel

Beim Festlegen des Prüfzeitraumes sollten die Aufzeichnungen von der letzten wiederkehrenden Prüfung berücksichtigt werden. Die verschiedenen Behörden für Arbeitsschutz geben unterschiedliche Mindestabstände von wiederkehrenden Prüfungen vor. Die Empfehlungen liegen im Bereich von 6 Monaten bis 4 Jahren, abhängig von oben genannten Bedingungen. Während bei manchen Anlagen die Prüffrist einige Jahre beträgt, gibt es Einrichtungen, die besonders oft geprüft werden müssen. Dazu zählen unter anderem elektrische Anlagen auf Baustellen, in kommunalen Einrichtungen oder Anlagen für Sicherheitszwecke.

 

Kennzeichnung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln

 
Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung ohne die Feststellung von Mängeln oder Fehlern, kann die elektrische Anlage mit einer Prüfplakette versehen werden. Die Prüfplaketten mit den Aufdrucken „Geprüft nach VDE 0105-100:2009“  oder „Geprüft gem. DIN VDE 0105-100 – nächster Prüftermin“ kennzeichnen die elektrische Anlage als geprüft und geben den Zeitpunkt des nächsten Prüftermins an. Die Plaketten finden Sie im brewes Onlineshop in den verschiedenen Jahresfarben, zwei Größen und Folienarten.

 

Prüfplakette – Geprüft gem. DIN VDE 0105-100 nächster Prüftermin

 

Prüfplakette – Geprüft nach VDE 0105-100:2009

One thought on “Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel nach DIN VDE 0105-100


  1. Gut zu wissen, dass elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel je nach Branche und Verwendungszweck die verschiedensten technischen Eigenschaften haben. Interessant, dass die Norm VDE 0105-100 jegliches Arbeiten im Zusammenhang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln regelt. Ich wusste nicht, dass es auch dafür spezielle Verordnungen gibt.

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