04.06.2013

Prüfung von Röntgengeräten

Röntgengeräte kommen in den verschiedensten Anwendungsbereichen zum Einsatz. Die Nahrungsmittelindustrie nutzt die Durchleuchtung zur Kontrolle von Lebensmitteln, auf Flughäfen werden Koffer und auch Menschen gescannt. Es besteht sogar die Möglichkeit mittels mobiler Durchleuchtungseinheiten ganze LKWs oder Busse zu röntgen. Die Röntgen-Technologie kommt auch bei der Analyse von beispielsweise Gesteinen oder Mineralien zum Einsatz. Der allseits bekannte Klassiker unter den Röntgengeräten steht jedoch in der Arztpraxis. Als Diagnosegerät für Verletzungen oder Beschwerden bei Mensch und Tier liefert das Röntgen täglich Antworten. Der Nutzen von Röntgengeräten wird jedoch der potentiellen Gefahr durch die freigesetzte Strahlung gegenüber gestellt. Um die Strahlendosis so gering wie möglich zu halten, müssen Röntgengeräte regelmäßig Prüfungen unterzogen werden.

 
Die Überprüfungen finden vor der ersten Inbetriebnahme, wiederkehrend alle fünf Jahre und nach wesentlichen Änderungen statt.

 

Der Hersteller oder Lieferant von Röntgeneinrichtungen ist laut Röntgenverordnung dazu verpflichtet eine Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme am Gerät vorzunehmen. In Form einer sogenannten Abnahmeprüfung wird sichergestellt, dass die notwendige Bildqualität mit der kleinstmöglichen Strahlenfreisetzung erreicht wird. Außerdem muss die Strahlungsqualität den Vorgaben des Herstellers entsprechen. Wichtig ist auch die Feststellung des aktuellen Standes der Technik und somit die Einhaltung aller Schutzvorschriften der Röntgenverordnung.

 

Sollten keine wesentlichen Änderungen an dem Röntgengerät stattfinden, muss mindesten alle 5 Jahre eine Wiederholungsprüfung auf Grundlage der Röntgenverordnung durchgeführt werden. Der Stand der Technik wird dabei insbesondere auf sicherheitstechnische Funktionen und den Strahlenschutz überprüft. Der Sachverständige hat außerdem die Aufgabe einen Prüfbericht anzufertigen und ein Exemplar der Dokumentation an die entsprechenden Behörden zu übersenden. Der Bericht enthält unter anderem eine Beschreibung der Röntgeneinrichtung, die Beurteilung des bautechnischen, personen- sowie gerätebezogenen Strahlenschutzes sowie Angaben zur beabsichtigten Betriebsweise. Alle Daten werden ausgewertet und sich daraus ergebene Hinweise und Maßnahmen festgelegt. Auch der nächste Prüftermin innerhalb von 5 Jahren wird vom Sachverständigen festgelegt. Die Visualisierung des festgelegten Monats und Jahres erfolgt mittels einer Prüfplakette mit der Aufschrift „Röntgengerät geprüft“.

 

In die Kategorie der „wesentlichen Änderungen“ gehören gerätetechnische Veränderungen an der Röntgeneinrichtung, eine Erhöhung der Betriebsbelastung, Nutzungsänderungen angrenzender Räume sowie bauliche Änderungen, die den Strahlenschutz negativ beeinflussen können. In einem solchen Fall muss eine Überprüfung vor dem Ablauf der 5-Jahres-Frist stattfinden. Ein Wechsel des Strahlenschutzverantwortlichen ist zwar eine wesentliche Änderung, muss aber nicht immer ein Auslöser für eine vorgezogene Sachverständigenprüfung sein. Nur in Kombination mit neuen technischen Normen und einem veränderten Stand der Technik, welche laut den vorhandenen Prüfberichten noch nicht berücksichtigt wurden, kann eine vorgezogene Sachverständigenprüfung notwendig sein.

 
Die Prüfungen an Röntgeneinrichtungen werden von behördlich bestimmten Sachverständigen durchgeführt. Dieser muss sich an die Vorschriften der Röntgenverordnung orientieren. Die Richtlinien und Prüfanforderungen werden kontinuierlich ergänzt und fortgeführt, wodurch eine regelmäßige Weiterbildung des Prüfpersonals notwendig ist.

 
Die Richtlinien für technische Röntgeneinrichtungen gelten für folgende Geräte:

  • Ortsfeste und ortsveränderliche technische Röntgeneinrichtungen wie Röntgenfluoreszenzgeräte und Füllstandsmesseinrichtungen
  • Vollschutz-, Hochschutz- und Schulröntgengeräte
  • Störstrahler
  • Röntgeneinrichtungen zur Anwendung in Heilkunde, Zahnheilkunde und Tierheilkunde

Ein Betrieb von Röntgeneinrichtungen darf nur in dafür zugelassenen Räumen stattfinden. Der Betrieb eines Röntgenapparates ist durch die Betätigung eines Auslöseknopfes bedingt, welcher sich im Nachbarraum befindet und während des gesamten Röntgenvorganges gedrückt werden muss. Dies dient zum Schutz von Nutzer und Patient und verhindert beispielsweise ein vorzeitiges, ungeschütztes oder unkontrolliertes Röntgen. Beim regelmäßigen Betrieb von Röntgenanlagen müssen bestimmte Voraussetzungen stets gewissenhaft erfüllt sein und auf Vollständigkeit überprüft werden. Schutzeinrichtungen wie eine Bleischürze oder ein Kinnschild dürfen nicht fehlen. Das Gerät muss vorschriftsmäßig aufgestellt sein und alle Prüfungen und Prüfberichte müssen nachweislich vollständig vorhanden sein.

 
Mit der Einhaltung aller Vorschriften und Regelungen, wie der Röntgenverordnung, wird die Rechtssicherheit der betreffenden Praxis bezüglich der Röntgentechnik sichergestellt. Somit ist im Falle eines Schadens auch der Versicherungsschutz gewährleistet. Ebenfalls ist eine präzise Diagnostik, technische Qualität sowie der Strahlenschutz für Personal und Patient garantiert.

 

Prüfplakette Röntgengerät geprüft

2 thoughts on “Prüfung von Röntgengeräten


  1. Interessant, dass es auch Plaketten für Geräten zum Röntgen gibt. Ich mache gerade im Rahmen meiner Schulklasse ein Referat über EU-Normen und Prüfplaketten. Es ist wirklich interessant zu lesen, welche unterschiedlichen Geräte alles eine Prüfplakette benötigen.


  2. Danke für die guten Tipps zum industriellen Röntgen. Eine Bekannte hatte in der physikalisch technischen Prüfanstalt gearbeitet. Sie sagte das sogar Bierfüllmengen mit einem kleinen radioaktiven Sensor durchgeführt werden.

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