20.03.2015

NEU nach aktueller BetrSichV – Prüfplaketten in Aufzügen Pflicht

Aufzüge werden von den verschiedensten Personengruppen genutzt. Sie erleichtern die Fortbewegung in Einkaufszentren und Wohngebäuden, nicht nur für körperliche eingeschränkte Personen. Auch Angestellte und Besucher von Bürogebäuden, Hotels und anderen öffentlichen Einrichtungen profitieren von einem schnellen Transport. Oftmals werden jedoch nicht nur die Personen selbst von Stockwerk zu Stockwerk befördert, sondern auch eine gewisse Angst stecken zu bleiben oder gar abzustürzen fährt mit. Diese Befürchtungen sind in den meisten Fällen unbegründet. Vor allem ein Absturz ist durch spezielle Fangvorrichtungen gar nicht möglich.

 
Dennoch gibt es in Deutschland bei der Wartung und Instandhaltung von Aufzugsanlagen noch Nachholbedarf. Eine 2014 veröffentlichte Statistik des TÜV-Verbandes besagt, dass von allen geprüften Aufzügen nur die Hälfte mängelfrei war. Davon lagen 12 Prozent sogar im sicherheitsgefährdenden Bereich. Es wurde außerdem festgestellt, dass eine große Zahl von Aufzügen, trotz gesetzlicher Verpflichtung, gar nicht überprüft wurde. In der neuen Betriebssicherheitsverordnung, die im Juni 2015 in Kraft tritt, gelten deshalb erweiterte Pflichten für die Betreiber von Aufzugsanlagen.

 

Pflichten von Aufzugsbetreibern nach BetrSichV

 
Die neue BetrSichV bringt viele Änderungen für den Arbeitsschutz mit sich. Hauptziel ist dabei die Sicherheit zu erhöhen und Unfälle zu vermeiden. Untersuchungen haben ergeben, dass besonders im Bereich Aufzugsanlagen Gefahr durch nur unregelmäßig oder gar nicht durchgeführte Überprüfungen besteht. Aus diesem Grund wurden insbesondere die Bestimmungen und Sicherheitsanforderungen für Aufzüge verschärft. Folgende Änderungen zur Wartung und Instandhaltung von Aufzugsanlagen sind zu beachten:

 

Wiederkehrende Prüfungen, einheitliche Prüffristen

 
Die BetrSichV schreibt für sämtliche Aufzugsanlagen eine Überprüfung alle zwei Jahre vor. Das gilt auch für Aufzüge, die unter der Maschinenrichtlinie in Verkehr gebracht wurden. Hier war zuvor eine Prüffrist von vier Jahren vorgeschrieben. In einem maximalen Abstand von zwei Jahren findet somit die Hauptprüfung der Anlage statt. Im Jahr dazwischen muss eine Zwischenprüfung stattfinden. Die Prüffristen können, in Absprache mit der Prüfstelle, je nach Alter, Zustand und Umgebungsbedingungen einer Anlage auch verkürzt werden.

 
Prüfungen von Aufzugsanlagen dürfen nur von einer zugelassenen Überwachungsstelle, kurz ZÜS, (zum Beispiel DEKRA oder TÜV) durchgeführt werden.

 

Prüfungen vor der Inbetriebnahme

 
Auch die Prüfung vor der Inbetriebnahme ist mit der neuen BetrSichV für alle Aufzugsanlagen Pflicht. Diese war zuvor nur für Aufzüge, die nach Maschinenrichtlinie und nicht nach Aufzugsrichtlinie in Verkehr gebracht wurden, vorgeschrieben. Besonderer Bestandteil der Kontrolle sind die Aufstellbedingungen der Anlage. Überprüfungen vor der Inbetriebnahme dürfen ebenfalls nur von einer zugelassenen Überwachungsstelle vollzogen werden.

 

Prüfplaketten-Pflicht in Fahrerkabine

 
Die neue BetrSichV schreibt außerdem vor, dass nach abgeschlossener Überprüfung einer Aufzugsanlage, eine Prüfplakette in der Fahrerkabine anzubringen ist. Dies passierte zuvor nur auf freiwilliger Basis. Die Plakettenpflicht soll das Verantwortungsbewusstsein von Betreibern erhöhen, die zuvor ihren Prüfpflichten nicht regelmäßig und gewissenhaft nachgekommen sind. Auch das Sicherheitsgefühl der Fahrstuhlnutzer wird so verstärkt, da für jeden erkennbar ist, dass die Anlage geprüft wurde.

 
Die Plakette muss für jeden gut sichtbar und dauerhaft angebracht sein. Sie gibt den Monat und das Jahr der nächsten fälligen Prüfung an sowie den Namen der zugelassenen Überwachungsstelle, die die Prüfung durchgeführt hat. Die passende Prüfplakette zur Überprüfung von Aufzügen erhalten Sie im brewes Onlineshop.

 

Verbesserte Kommunikation und schnelle Hilfe im Notfall

 
Um die Sicherheit von Fahrstühlen weiter zu erhöhen, sind Betreiber verpflichtet ein sogenanntes Zwei-Wege-Kommunikationssystem zu installieren. Das bedeutet, dass nicht nur eine Notfallklingel vorhanden ist, sondern auch eine Gegensprechanlage, mit der die Kommunikation in beide Richtungen möglich ist. Mit der Anlage wird ein ständig besetzter Notdienst erreicht, der für schnelle Hilfe und Personenbefreiung sorgen soll. Die Übergangsfrist für die Nachrüstung des Zwei-Wege-Kommunikationssystems läuft bis zum 31. Dezember 2020.

 
Außerdem sind Aufzugsbetreiber dazu verpflichtet einen Notfallplan zur effizienten und schnellen Personenbefreiung zu erstellen. Diese muss dem Notdienst vor der Inbetriebnahme des Fahrstuhls übergeben werden. Die Übergangsfrist für diese Vorschrift endet am 31. Mai 2016.

 

Aktuelle Gefährdungsbeurteilung

 
Laut BetrSichV hat der Betreiber eines Aufzugs eine Gefährdungsbeurteilung für die Anlage zu erstellen bzw. anfertigen zu lassen. Diese enthält alle Maßnahmen zur sicheren Nutzung und Bereitstellung des Aufzuges. Diese Gefährdungsbeurteilung ist in Zukunft regelmäßig auf Aktualität und Gültigkeit zu überprüfen. Besonders der Stand der Technik und die Vollständigkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen sind zu berücksichtigen und gegebenenfalls anzupassen.

 

Prüfplaketten zur Prüfung von Aufzügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.