25.06.2015

Gasanlagenprüfung bei Wohnmobilen

Gasanlagen sorgen in Wohnmobilen für Wärme, Licht und frisch gekochte Mahlzeiten. Gleichzeitig stellen sie auch ein hohes Sicherheitsrisiko für die Reisenden dar. Austretendes Gas beispielsweise könnte eine Explosion auslösen. Große Sachschäden und die akute Gefährdung von Menschenleben sind die Folgen. Um so etwas zu vermeiden, sind Gasbehälter und Gasanlagen regelmäßig zu überprüfen.

 
Die Gasprüfung sollte vor der ersten Inbetriebnahme, nach jeder Änderung oder Reparatur sowie vorsorglich alle zwei Jahre stattfinden. Nach einer Prüfung ohne Mängel wird für das Wohnmobil eine Plakette angebracht und eine Prüfbescheinigung an den Fahrzeughalter übergeben. Diese sind Voraussetzung, damit eine Hauptuntersuchung am Fahrzeug durchgeführt wird. Oftmals wird ohne gültige Prüfplakette auch der Einlass auf Campingplätze nicht gestattet.

 
Was wird überprüft?

 
Um eine Prüfplakette und Prüfbescheinigung zu erhalten, müssen bei Reisemobilen alle Geräte und Bauteile, die mit Gas funktionieren oder damit in Berührung kommen, gründlich überprüft werden. Die Gasprüfung bei Wohnmobilen ist nach dem DVGW Arbeitsblatt G607 durchzuführen. Auch andere Regelwerke beschäftigen sich mit dem Thema Gasanlagen und deren Überprüfung, wie zum Beispiel die „Technischen Regeln Flüssiggas“ und einige EG Richtlinien.

 
Im Detail sollten folgende Punkte auf ihre Funktionalität und Sicherheit geprüft werden:

  • Gesamter „Gaskasten“ inklusive Gastank und Gasflaschen
  • Zustand und Verlegung der Rohrleitungen
  • Anschlüsse
  • Gasregler, Absperreinrichtungen (z.B. Sperrhähne), Sicherheitsventile, Druckregelgeräte, Schläuche und Schlauchanschlüsse
  • Gasbetriebene Geräte im Wohnwagen (Herd, Heizung, Kühlschrank, Gaslampe, Backofen)

Wie wird geprüft?

 
Die Prüfung beginnt mit einer Sichtkontrolle aller Bauteile. Diese dürfen keine äußerlichen Schäden aufweisen. Die Teile sollten weder porös, beschädigt, geknickt noch locker sein oder rosten. Durch einen laufenden Motor und Vibrationen darf keine Reibung zwischen Bauteilen entstehen. Poröse Komponenten und jene, die älter als zehn Jahre sind, sollten ausgewechselt werden. Es ist außerdem darauf zu achten, dass die Gasflaschen sicher stehen und ausreichend befestigt sind. Folgende Prüfschritte gehören ebenfalls zur Sichtprüfung:

  • Sind Mindestabstände von Gasbehältern zu Wärmequellen eingehalten?
  • Sind alle Bauteile für Wohnwageneinsatz zugelassen?
  • Sind alle Beschriftungen und Sicherheitshinweise an Bauteilen vorhanden?
  • Entspricht Alter der Bauteile noch den Sicherheitsvorschriften und der Prüfbescheinigung?
  • Sind Gasleitungen vorschriftsmäßig befestigt?
  • Stimmt die gesamte Elektrik?
  • Wurden unbefugte Änderungen an Gasbehältern vorgenommen?

Der nächste, ebenfalls sehr wichtige Schritt, ist die Dichtheitsprüfung der Gasanlage. Die Gasleitungen und Ventile dürfen unter keinen Umständen undicht sein. Mit Hilfe eines speziellen Prüfgerätes wird der Druck der Anlage fünf Minuten lang gemessen. Dabei darf der Druck nicht abfallen, denn das wäre ein Indikator für eine undichte Stelle. In diesem Fall müssen alle Bauteile, die in irgendeiner Weise mit Gas in Berührung kommen, mit Lecksuchspray eingesprüht werden. Gasbläschen zeigen die entsprechenden Stellen an. Handelt es sich um ein undichtes Verbindungsteil, reicht es oftmals aus, dieses wieder festzuziehen. Andere Bauteile, wie Schläuche, sollten sofort ausgetauscht werden, wenn daran Gasbläschen zu entdecken sind.

 
Schließlich sind noch Brennproben durchzuführen und die Zündsicherungen zu kontrollieren. Für die Brennprobe sind alle Geräte auf höchster Stufe in Betrieb zu nehmen und die Flammen optisch zu bewerten. Damit können Rückschlüsse auf den Zustand der Gasgeräte und der Leitungen gezogen werden. Die Zündsicherungen müssen ebenfalls an jedem Gerät getestet werden. Es ist die Zeit bis die Sicherung auslöst zu messen. Diese darf einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten.

 

Prüfplakette und Prüfbescheinigung

 
Hat der Prüfer alle Kontrollen abgeschlossen und dabei keine Mängel festgestellt, erhält der Fahrzeughalter eine Prüfbescheinigung sowie eine Prüfplakette. Letztere wird an einer gut sichtbaren Stelle, in der Nähe des Nummernschildes, aufgeklebt. Die Plakette mit dem Aufdruck „Nächste Gasprüfung“ gibt den Termin der nächsten fälligen Kontrolle in zwei Jahren an. Mit Erhalt der Prüfbescheinigung und der Prüfplakette ist die Sicherheit der Gasanlage bestätigt und der TÜV darf die Hauptuntersuchung durchführen. Die entsprechenden Prüfplakette „Nächste Gasprüfung“ oder „Gasbehälter geprüft“ erhalten Sie im brewes Onlineshop.

 

Prüfplaketten „Nächste Gasprüfung“ und „Gasbehälter geprüft“

One thought on “Gasanlagenprüfung bei Wohnmobilen


  1. Da der Biogasspeicher an unserem Wohnmobil quasi eine Sonderanfertigung ist, habe ich immer ein wenig Bammel vor der TÜV-Inspektion. Vielen Dank daher für die Erläuterung was genau überprüft wird und wie dabei vorgegangen wird. Ich wusste beispielsweise nicht, dass die Rohrleitungen auch gecheckt werden – da kann ich schon einmal anfangen das WoMo ein wenig auszuräumen, damit man auch was sieht.

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