11.10.2013

Entsorgung von Sondermüll – sicher und rechtzeitig

In jedem Haushalt und jedem Betrieb fallen Abfälle an. Diese werden in den meisten Fällen über einen bestimmten Zeitraum gesammelt und schließlich entsorgt oder verwertet. Abhängig von der Art des Mülls sind Betriebe dazu verpflichtet den bestmöglichen Nutzen aus den Abfällen zu ziehen, bevor sie endgültig beseitigt werden. Außerdem dürfen keine Gefahren für Mensch, Tier, Pflanzen oder die Umwelt entstehen. Der Umgang mit anfallendem Müll ist demnach keine Angelegenheit für Laien. Für die unterschiedlichsten Abfallarten wie Bauschutt, Verpackungen, Nebenprodukte der Industrie, Chemikalien oder Filterstäube gibt es zahlreiche Regelungen und Verfahrensweisen für eine gesetzeskonforme Entsorgung.

 
Abfallbeseitigung

 
Während die Abfallentsorgung alle Maßnahmen und Tätigkeiten zur Beseitigung und Verwertung von Abfällen umfasst, bezeichnet die Abfallbeseitigung die Zurückführung der Abfälle an die Umwelt. Dabei müssen in jedem Fall fest vorgeschriebene Grenzwerte eingehalten werden. Flüssige oder gasförmige Abfälle sind vor der Beseitigung oftmals zu verdünnen oder chemisch umzuwandeln. Feste Abfälle dagegen werden in sogenannte Endlager oder Deponien überführt und sind gegebenenfalls zuvor entsprechend zu verpacken.

 
Mülldeponien zur Endlagerung von Abfällen sind Mulden, wie ehemalige Bergwerke oder Salzstöcke, in denen die Abfälle permanent gelagert werden. Auch hier gelten strenge Richtlinien, um die Umwelt und die nahe wohnenden Menschen nicht zu gefährden.

 
Unternehmen und auch Privathaushalte sind dazu verpflichtet, Abfälle bei der Beseitigung getrennt zu halten und insbesondere gefährliche Abfälle nicht mit normalem Müll zu vermischen. Des Weiteren darf bei der Müllbeseitigung das Wohl der Allgemeinheit keinesfalls beeinträchtigt werden. Darunter zählen die Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Menschen, die Gefährdung von Tieren oder Pflanzen, Gewässern oder Böden, schädliche Umwelteinwirkungen, welche die Luft verschmutzen oder Lärm verursachen sowie die allgemeine Beeinträchtigung des Naturschutzes, der Landschaftpflege, des Städtebaus und der öffentlichen Sicherheit sonstiger Art.

 
Abfallverwertung

 
Durch die immer größer werdende Menge an Abfällen, wird die Müllentsorgung stetig problematischer. Deshalb ist es wichtig, dass ein Teil der Abfallmenge wieder verwendet bzw. recycelt wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Abfall zu verwerten. Ein Beispiel ist die thermische Verwertung, die sogenannte Müllverbrennung, bei der elektrische Energie erzeugt wird. Auch die Endlagerung in einem Berg kann eine Form der Wiederverwertung sein, wenn das Füllen des Hohlraumes dem Berg Stabilität verleiht. Eine weitere Variante ist die Zurücksendung von Gegenständen an den Hersteller, welcher sich um die Demontage und das Recycling kümmert.

 
Gefährliche Abfälle – Sondermüll

 
Der richtige Umgang mit Abfällen hängt im großen Maße davon ab, ob es sich um gefährliche Abfälle und somit um Sondermüll handelt oder nicht. Gefährliche Abfälle weisen Merkmale auf, die ein potentielles Risiko für Mensch und Umwelt darstellen und müssen deshalb besonders umsichtig beseitigt und verwertet werden. Es bestehen sehr hohe Anforderungen an die technischen Entsorgungsanlagen, die Verfahren und Dokumentationen über den Verbleib des Sondermülls. Sonderabfall kann fest, flüssig, gasförmig oder auch Schlamm sein. Gefährliche Abfälle sind beispielsweise:

  • Nebenprodukte der Industrie
  • Chemikalien z.B. Laborchemikalien, Fotochemikalien
  • Lösemittel
  • Säuren
  • Laugen
  • Dünger
  • Lackschlämme
  • Krankenhausabfälle
  • Altpestizide
  • Farbe
  • Verdünner
  • Putzmittel
  • Filterstäube
  • Stoffe mit Schwermetallverunreinigungen
  • Glühbirnen
  • Insektizide
  • Desinfektionsmittel
  • Pestizide
  • ölhaltige Abfälle

Produziert ein Unternehmen jährlich mehr als zwei Tonnen gefährliche Abfälle besteht eine Nachweispflicht zur Entsorgung des Abfalls. Der Sondermüll darf demnach nur mit einer gültigen Genehmigung zur Beseitigungsanlage befördert werden. Außerdem ist die Aufsichtsbehörde über den Zeitpunkt und die Menge des entsorgten Sonderabfalls zu unterrichten.

 
Von 839 im Europäischen Abfallverzeichnis aufgeführten Abfallarten sind  405 als gefährlich eingestuft. Da diese für Mensch, Tier und Umwelt einen erheblichen Schaden verursachen können, ist es für die Unternehmen wichtig zu wissen, wie der Sondermüll entsorgt werden muss. Trotz der Gefahr, die von Sondermüll ausgeht, kann es unter Umständen zu einer Wiederverwertung kommen. Aceton aus gebrauchten Lösungsmitteln oder Blei aus Metallen kann beispielsweise an den Hersteller zurückgesendet werden. Ab einer bestimmten Konzentration der Gefahrstoffe ist jedoch eine Beseitigung vorgeschrieben. Viele Betriebe sind deshalb bestrebt, die Menge ihrer gefährlichen Abfälle zu reduzieren. Ganz zu vermeiden sind die Sonderabfälle in den meisten Fällen allerdings nicht. Sie werden von den Firmen in dafür vorgesehene Behälter gesammelt und regelmäßig abgeholt.

 
Praxisbeispiele

 
In der Praxis gibt es die unterschiedlichsten Reinigungs- oder Absauganlagen, die bei der Arbeit anfallende Schad- oder Giftstoffe absaugen oder vom Abwasser trennen. Auch bei Entschichtungsanlagen in Siebdruckereien fällt Sondermüll in Form von wasserunlöslichen organischen Kohlenwasserstoffen und Lösemittel, Farbpigmente, Festkörper von Fotoemulsionen und Siebfüller sowie Fotoschicht- und Filmreste an.  Diese Stoffe werden durch verschiedene Methoden und Mechanismen wie zum Beispiel dem Leichtflüssigkeitsabscheider gefiltert und in speziellen Behältern gesammelt. In regelmäßigen Zeitabständen müssen diese Sammelbehälter geleert und damit der entstandene Sondermüll entsorgt werden. Um die Termine für die Abholung optimal, also weder zu früh noch zu spät, zu kalkulieren, hat sich die Anbringung von Prüfplaketten bewährt. Durch die Plakette mit der Aufschrift „Nächste Entsorgung“ ist für den Betreiber und auch jeden Mitarbeiter äußerlich sichtbar, wann die nächste Abholung stattfinden muss. Der Behälter muss somit nicht extra geöffnet werden und Termine werden nicht vergessen. Die Prüfplakette „Nächste Entsorgung“ stellt für den Betrieb eine Unterstützung dar und gewährleistet, dass alle technisch oder gesetzlich vorgeschriebenen Entsorgungen eingehalten werden.

 

Prüfplakette Nächste Entsorgung frei beschriftbar

9 thoughts on “Entsorgung von Sondermüll – sicher und rechtzeitig


  1. Mein Freund hat ein altes Grundstück gekauft mit viel Schrott und sogar Chemikalien. Ich wusste nicht das man flüssige oder gasförmige Abfälle verdünnen oder chemisch umwandeln muss vor der Entsorgung. Ich werde meinem Freund Bescheid sagen Sodas er einen guten Containerabtransport finden kann.


  2. Danke für diesen sehr informativen Beitrag zum Thema Sondermüll. Gruß, Christiane Hauser


  3. Eine Freundin renoviert ein altes Haus und bestellte einen Container für ihren Sondermüll. Ich helfe ihr dabei von Zeit zu Zeit, aber manchmal wissen wir nicht, genau, was darin geht. Diese Information ist deswegen sehr hilfreich.


  4. Danke für den sehr interessanten Artikel, vor allem die Auflistung von gefährlichen Abfälle hat mich beeindruckt: es gibt dort viele Substanzen, worauf die meisten Menschen gar nicht achten und sicher falsch entsorgen. In dieser Hinsicht, finde ich auch sehr wichtig, dass beim Baustellen verschiedenen Mulden für den Materialien organisiert werden, die getrennt entsorgt werden müssen.


  5. Wir haben für den Sondermüll bei unserer Entrümpelung beim Containerdienst angefragt. Dabei muss man auf fachgerechte Entsorgung achten, da sonst Mehrkosten entstehen können. Wie Sie bereits sagen, sollte man bei gefährlichen Abfällen wie Chemikalien oder ähnliches besonders vorsichtig sein. Vielen Dank.


  6. Mein Cousin löst seine Wohnung auf, um ins Ausland zu ziehen. Für den Sondermüll haben wir uns bereits ein Container von einem naheliegenden Containerdienst bestellt. Da wir keinen Sondermüll im Container entsorgen dürfen, möchten wir uns nun informieren, was dazu zählt. Danke für den Hinweis, dass Farbe und Lack zum Sondermüll zählt.


  7. Vielen Dank für einen wichtigen Beitrag zur Entsorgung von Sondermüll. Eine gute Möglichkeit ist die alten und unnötigen Gegenstände an den Hersteller zum Recycling zurückzusenden. Das habe ich noch nie gemacht, daher möchte ich mich mehr darüber informieren.


  8. Danke für die Tipps zur Entsorgung von Sondermüll. Meine Nachbarn bauen gerade an ihrem Haus und haben für den Sondermüll einen Container vom Containerdienst bestellt. Sie haben uns angeboten, dass wir auch unseren Sondermüll in ihrem Container entsorgen können, doch wir wussten bis jetzt nicht, was das alles beinhaltet. gut zu wissen, dass Putzmittel und Farbe auch zu Sondermüll zählt.


  9. Ich bin der Meinung, dass es sehr wichtig ist, die Abfälle wiederverwenden zu können. Eine Möglichkeit ist es, Gegenstände an den Hersteller zurückzusenden, der sich um das Recycling kümmert. Beim Kauf neuer Waren muss man aufpassen, ob sie wiederverwendbar sind.

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