27.11.2013

Aufkleber und Folien richtig anbringen

Aufkleber, Etiketten oder Plaketten gibt es in den verschiedensten Größen, Farben und Formen. Jeder Aufkleber, egal ob auf einer Maschine, einer Tür oder einem Fahrzeug, erfüllt seinen bestimmten Zweck. Ein Schriftzug wirbt für eine Firma, ein Motiv zeigt die Lieblingsband oder das Hobby und ein Etikett nennt den Besitzer oder ein Haltbarkeitsdatum. Bei dekorativen Aufklebern spielt die ordentliche, blasenfreie und gerade Anbringung eine besonders wichtige Rolle. Auch eine lange Haltbarkeit ist oftmals gewünscht. Natürlich ist es immer möglich für die Platzierung des Aufklebers einen Fachmann zu beauftragen. Wer sich das Geld für diese Arbeit sparen möchte, kann mit den folgenden Anleitungen auch ganz einfach selbst Hand anlegen.

 
Es gibt zwei Möglichkeiten, Aufkleber sauber zu montieren, die Trockenverklebung und die Nassverklebung. Der erste Schritt und eine der wichtigsten Voraussetzungen bei der Anbringung eines Aufklebers, unabhängig ob Nass- oder Trockenverklebung, ist die Reinigung des Untergrundes.

 

Schritt 1 – Oberfläche säubern

 
Der Klebe-Untergrund muss frei von Staub, Fett, Wachs, Silicon oder anderen Verschmutzungen sein. Besonders bei Autoaufklebern lohnt es sich, das Fahrzeug vor dem Bekleben per Hand zu waschen oder zumindest die Stelle, die beklebt werden soll. Bei empfindlichem Lack reicht ein nasser Schwamm und Autoreiniger oder Ähnliches. Fenster sollten Sie mit einem alkoholhaltigen Reiniger und einem Lappen putzen. Lassen Sie die Oberfläche nach dem Reinigen trocknen. Danach empfiehlt es sich, die Oberfläche noch einmal auf Verschmutzungen zu kontrollieren. Bei einer noch fettigen Oberfläche kann der Aufkleber seine Klebkraft verlieren. Schmutz oder Staub kann zu Blasen und Unebenheiten unter dem Aufkleber führen. Je sauberer die Fläche ist, desto besser ist die Klebequalität.

 
Um die Klebefläche optimal vorzubereiten, lohnt sich auch die Verwendung eines professionellen Reinigers. Industrie-Schnellreiniger beispielsweise sind schonend für fast alle Materialien, haben eine hohe Wirkung und sind universell einsetzbar. Die Anwendung ist auf Glas, Metall, Keramik sowie den meisten Kunststoffen problemlos möglich. Oberflächen, die aus PVC oder Plexiglas bestehen sind für die Behandlung mit Industriereinigern nicht geeignet. Professionelle Reinigungsmittel entfernen neben Fett, Öl, Staub und Kleberesten auch Teer, Schmiere oder Farbe und das rückstandslos. Diese Gründe machen einen Schnellreiniger zum optimalen Vorbereiter von Klebeflächen.

 

Vorbereitung – Was wird benötigt?

 
Bevor Sie den zweiten Schritt in Angriff nehmen können, sollten Sie das nötige Zubehör schon einmal bereitlegen. Folgende Dinge werden zum Anbringen von Aufklebern benötigt:

  • Kunststoffrakel (möglich ist auch ein Eiskratzer mit einer Wasserseite, ein Küchenspachtel aus Kunststoff oder auch ein sauberes Tuch) zum Feststreichen des Aufklebers
  • Scharfes Messer (z.B. Cuttermesser) oder Schere
  • Stecknadel
  • Klebeband (muss leicht wieder ablösbar sein, um Klebefläche nicht zu beschädigen), z.B. Kreppband
  • Zollstock
  • Eventuell Föhn für unebene Klebeflächen
  • Sprühflasche mit Wasser und Spülmittel (1 Tropfen Spülmittel pro Liter Wasser)

Verkleben Sie Aufkleber bei einer Temperatur zwischen 15°C und 25°C und meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Auch starker Wind und eine staubige Umgebung sind bei der Verklebung hinderlich. Hilfe von einer zweiten Person erleichtert die Anbringung allerdings um ein Vielfaches. Grundlegend ist es empfehlenswert, bei der Montage eines Aufklebers genügend Zeit einzuplanen und keine Hektik aufkommen zu lassen.

 

Aufbau des Aufklebers

 
Für die folgende Anleitung ist es gut zu wissen, wie ein Aufkleber aufgebaut ist und aus welchen Komponenten er besteht.

  1. Trägerpapier (dicke, weiße Folie auf der das Motiv/der Schriftzug klebt)
  2. Klebemotiv (der eigentliche Aufkleber, der nach der Verklebung auf der gewünschten Fläche klebt)
  3. Übertragungspapier/-folie (dünne, oftmals durchsichtige Folie), nicht immer vorhanden

Sind alle Vorbereitungen getroffen, nehmen Sie zunächst Ihren Aufkleber in Augenschein. Die Entscheidung, welche Verklebe-Methode Sie anwenden, hängt von der Beschaffenheit des Aufklebers ab. Eine Trockenverklebung eignet sich besonders bei Schriftzügen, die aus einzeln ausgeschnittenen Buchstaben bestehen. Dazu zählen auch Grafiken und Motive, die aus einer Folie geschnitten wurden. Solche Aufkleber sind mit einer Übertragungsfolie versehen. Beispiele dafür sind Autoaufkleber wie Insel-, Baby- oder Abitur-Aufkleber. Kleine Sticker, wie Etiketten oder Prüfplaketten, besitzen zwar keine Übertragungsfolie, können durch ihre geringe Größe allerdings problemlos trocken verklebt werden.

 
Die Nassverklebung wenden Sie bei Aufklebern ohne Übertragungspapier an. Diese sind oftmals großflächiger und bilden beispielsweise ein Foto ab. Dazu zählen unter anderem Fliesenaufkleber, Toilettendeckelaufkleber, große Klebefolien für Autos und Ähnliches.

 

Anleitung Nassverklebung (TrockenverKlebung s.u.)

Die ausführliche Reinigung der Klebefläche muss in jedem Fall stattfinden, egal welche Art der Verklebung Sie anwenden. Besonders großflächige Aufkleber lassen sich trocken kaum blasenfrei anbringen. Die Nassmethode erleichtert diesen Vorgang und ermöglicht ein Justieren nach dem Aufbringen.

 

Schritt 2 Nassverklebung – Klebeposition messen und markieren

 
Je nachdem, wie Ihr Motiv aussieht, welche Form und Größe es hat, wo es aufgeklebt werden soll und aus wie vielen Teilen es besteht, sollten Sie die gewünschte Klebeposition zuvor kennzeichnen. Nutzen Sie den Zollstock und messen Sie den richtigen Abstand und markieren Sie sich anschließend die Stelle. Dazu nutzen Sie je nach Untergrund ein Stück Kreppband oder einen Bleistift.
Die Messung und Markierung ist bei der Nassverklebung allerdings nicht immens wichtig, da der Aufkleber nach dem Aufbringen auf die Oberfläche noch verschoben werden kann.

 

Schritt 3 Nassverklebung – Aufkleber und Klebeoberfläche befeuchten

 
Nehmen Sie sich eine leere Sprühflasche, beispielsweise eine Pflanzenbefeuchter-Flasche und waschen Sie sie gründlich aus. Anschließen füllen Sie das Behältnis mit Wasser und fügen Spülmittel hinzu, nicht mehr als einen Tropfen auf einen Liter Wasser. Vermengen Sie das Gemisch. Durch die Befeuchtung der Klebefläche und des Aufklebers verlängert sich die Reaktionszeit des Klebstoffes. Die Klebkraft wird aber nicht, wie oft befürchtet, durch das Wasser komplett außer Kraft gesetzt.
Besprühen Sie nun die zu beklebende Fläche mit dem Wasser-Spülmittelgemisch. An dieser Stelle wäre ein zweites Paar Hände besonders hilfreich. Während eine Person den Aufkleber vom Trägerpapier abzieht, kann die andere Person die Klebefläche besprühen.

 

Schritt 4 Nassverklebung – Aufkleber anbringen und feststreichen

 
Legen Sie den Aufkleber auf den Klebe-Untergrund und verschieben Sie ihn so lange, bis er auf der gewünschten Position ist. Nun können Sie mit einem Rakel oder der weichen Seite des Eiskratzers (notfalls kann auch ein sauberes Tuch verwendet werden) von der Mitte des Aufklebers nach außen hin streichen. Damit drücken Sie das nun überflüssige Wasser heraus und beseitigen hässliche Blasen.

 

Schritt 5 Nassverklebung – Aufkleber trocknen lassen und schonen

 
Nun müssen Sie nichts mehr weiter tun als den Aufkleber trocknen zu lassen. Die volle Klebkraft entfaltet sich in den meisten Fällen erst nach 48 Stunden. Einflüsse wie Waschanlagen oder Hochdruckreiniger sollten in dieser Zeit unbedingt vermieden werden. Befindet sich ein Aufkleber auf der Heckscheibe eines Autos, kann der Scheibenwischer das Motiv beschädigen.

 

Anleitung Trockenverklebung

Auch hier geht wie bereits erwähnt die ausführliche Reinigung der Klebe-Oberfläche vorweg. Grundsätzlich können besonders große Schriftzüge auch in Segmente zerschnitten werden. Wörter sollten nicht in einzelne Buchstaben zerlegt werden, da das gerade Aufbringen damit erschwert wird. Mit dem passenden Zuschnitt beginnt somit die Trockenverklebung.

 

Schritt 2 Trockenverklebung – Aufkleber/Schriftzug zuschneiden

 
Wie bereits erwähnt können Sie sehr große Aufkleber oder Schriftzüge in einzelne Teile zerschneiden. Führen Sie alle Abmessungen sorgfältig durch, ist das nachher nicht mehr sichtbar. Um sich eben das Messen zu erleichtern, sollten Sie überflüssiges Trägerpapier abschneiden. So sehen Sie den eigentlichen Aufkleber viel besser und das Messen und Anbringen fällt Ihnen leichter.

 

Schritt 3 Trockenverklebung – Klebeposition messen, markieren und fixieren

Was bei der Nassverklebung keine große Rolle spielt, ist hier besonders wichtig, da der Aufkleber nach der Verklebung nicht wieder verschoben oder korrigiert werden kann. Die richtige Position muss demnach vor der Verklebung genau ermittelt und festgelegt werden. Legen Sie dafür den Aufkleber auf die Klebeoberfläche und messen Sie mit dem Zollstock die gewünschten Randabstände und auch ob der Schriftzug gerade ist. Dafür muss beispielsweise am Anfang und am Ende des Aufklebers der Abstand nach unten oder oben gleich sein. Bei einer Autoheckscheibe können Sie sich zum Beispiel an den Heizdrähten der Scheibenheizung orientieren. Befindet sich der Aufkleber dort, wo er später kleben soll, fixieren Sie ihn mit Kreppband, am besten oben und unten in der Mitte des Schriftzuges. Zur Sicherheit können Sie nun auch noch einmal nachmessen und gegebenenfalls die Position korrigieren.

 

Schritt 4 Trockenverklebung – Übertragungspapier festdrücken

 
Bevor Sie nun mit der Verklebung beginnen, streichen Sie kräftig über den Sticker. Auf diese Weise verstärken Sie die Haftung zwischen dem Aufkleber und dem Übertragungspapier, welche für die Anbringung wichtig ist. Durch längeres Liegen oder den Transport von Aufklebern kann sich die Verbindung zwischen Aufkleber und Übertragungsfolie leicht lockern.

 

Schritt 5 Trockenverklebung – Aufkleber anbringen

 
Die folgenden Schritte lassen sich am besten anhand von Bildern erklären. Betrachten Sie daher bitte die unten stehende Fotostrecke, um die Ausführungen leichter zu verstehen.

 
Heben Sie die rechte Hälfte des Aufklebers etwas an und ziehen Sie das Trägerpapier vorsichtig nach unten hin ab. Damit es Sie nicht weiter stört, könnten Sie es mit der Schere oder dem Messer abschneiden. Rakeln Sie dann von der Mitte aus den Aufkleber samt Übertragungsfolie nach außen hin fest. Nun klebt die erste Hälfte Ihres Stickers fest auf dem Untergrund. Sie können jetzt das Kreppband entfernen, da der Aufkleber durch seine eigene Klebkraft fixiert ist. Klappen Sie den Schriftzug nach rechts um und entfernen Sie die restliche Trägerfolie. Anschließend können Sie wieder von innen nach außen den Aufkleber vorsichtig feststreichen.

 
Nun haben Sie es beinahe geschafft. Es fehlt noch die Entfernung des Übertragungspapiers. Dies tun Sie am besten in einem möglichst flachen Winkel. Sollten die Buchstaben nicht auf dem Klebeuntergrund sondern an der Übertragungsfolie haften bleiben, drücken Sie alles noch einmal fest an und streichen Sie die einzelnen Buchstaben kräftig aus. Auch nach dem Entfernen der Übertragungsfolie können Sie Ihr Motiv noch ein weiteres Mal feststreichen. Nutzen Sie hierzu allerdings keinen Metallgegenstand, weil Sie sonst den Untergrund beschädigen können.

 

Schritt 6 Trockenverklebung – Kleine Fehler beseitigen

 
Kleine Luftbläschen können beim Anbringen von Aufklebern immer entstehen. Einen Großteil können Sie mit dem Rakel ausstreichen. Hartnäckige Blasen lassen sich auch vorsichtig mit einer Nadel aufstechen und die eingeschlossene Luft herausstreichen.

 
Müssen Aufkleber auf unebene Flächen geklebt werden, gibt es einen Trick, um auch dies sauber und ordentlich zu tun. Mit Hilfe eines Föhns kann der Aufkleber erwärmt werden. Auf diese Weise wird der Sticker flexibler und kann besser an die Kanten oder Unebenheiten angepasst werden.

 
Auch bei der Trockenverklebung benötigt der Klebstoff Zeit, um seine ganze Haftkraft zu entfalten. Verzichten Sie also mindestens 24 Stunden darauf, die beklebte Stelle zu reinigen. Wurde der Aufkleber bei einer niedrigen Umgebungstemperatur unter 10°C angebracht, verlängert sich ebenfalls die Reaktionszeit des Klebstoffes.

 

Anleitung Trockenverklebung

One thought on “Aufkleber und Folien richtig anbringen


  1. Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

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