01.08.2017

BetrSichV- Sicherheit am Arbeitsplatz geht alle an

Krankenhaus nach Arbeitsunfall

Glücklicherweise passieren heute relativ selten tödliche Unfälle am Arbeitsplatz, jedoch aber häufen sich Sekundärunfälle zum Beispiel durch einen Stromunfall. Dabei geht die Gefahr oftmals nicht vom Strom selbst aus, sondern den daraus resultierenden Schreckreaktionen, welche meist zu weiteren schweren Unfällen führen. Um Unfälle jeglicher Art weitestgehend zu verhindern, ist eine sachgemäße Prüfung aller Geräte am Arbeitsplatz unerlässlich und damit ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsschutzes.

 

BetrSichV und TRBS

Die Bundesregierung hat dazu die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) erlassen, welche durch die technischen Regelungen der Betriebssicherheit (TRBS) konkretisiert werden.
In der aktuellen Betriebssicherheitsverordnung heißt es demnach laut §4 (1), dass Arbeitsmittel erst verwendet werden dürfen, nachdem der Arbeitgeber festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist.

Laut § 10 (1) hat der Arbeitgeber Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen, damit die Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer den für sie geltenden Schutz- und Gesundheitsschutzanforderungen entsprechen und in einem sicheren Zustand erhalten werden.

 

Geltungsbereich DIN VDE 0701-0702

Wie hierzulande üblich, gibt es natürlich auch eine entsprechende DIN-Norm zur Untersuchung elektrischer Geräte.

Die DIN VDE 0701-0702 beschreibt, wie in der Praxis eine Prüfung von elektrischen Geräten durchzuführen ist.

 

Wer darf prüfen?

Maßgeblich für die Einhaltung der vorgegebenen Sicherheitsstandards und damit für die Prüfung der Elektrogeräte ist eine befähigte Person, welche durch die TRBS 1203 definiert ist.

Um die Sicherheit von Arbeitsmitteln zu bestätigen, ist dabei nicht zwingend ein Fachmann erforderlich. Gemäß TRBS 1203 sollte die befähigte Person neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung, über entsprechende Berufserfahrung sowie eine für die Geräteprüfung erforderliche berufliche Tätigkeit ausüben.

Auf Grund der komplexen Arbeitsmittel sind oft jedoch befähigte Personen aus mehreren Gewerken notwendig, um eine komplette Prüfung durchzuführen. So sollte zur Abnahme einer Baukreissäge neben einem Prüfer für elektrische Gefahren auch ein Prüfer für mechanische Gefährdungen vor Ort sein, um die ordnungsgemäße Inspektion aller Bauteile zu gewährleisten.

Die befähigte Person muss sich mit ihren Prüfgeräten auskennen und wissen wie man damit umgeht, um sicherzustellen, dass das Gerät tadellos funktioniert. Kurzum der Fokus liegt im richtigen Umgang mit den Prüfgeräten und der entsprechenden Deutung der Prüfergebnisse gepaart mit theoretischem und praktischem Know How.

Um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben, ist eine regelmäßige Weiterbildung für den Prüfer unentbehrlich.

 

Eine weitere Richtlinie für Prüfer ist neben den Anforderungen des TRBS 1203 die VDI-Richtlinie 4068, welche allerdings nur gilt, wenn eine Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer besteht. Die Richtlinie des VDI definiert sich über wesentlich höhere Anforderungen an den Prüfer, als die des TRBS. Der Prüfer sollte neben den genannten Anforderungen des TRBS mindestens ein Jahr in seinem Fachbereich berufstätig gewesen sein, sowie eine Schulung zu dem Thema besucht haben, welche mit einer theoretischen und praktischen Prüfung belegt wird. Außerdem ist spätestens aller 3 Jahre eine Weiterbildung zu absolvieren.

Auch wenn die Anforderungen des VDI auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen, sollte man nicht vergessen, dass ein ausgebildeter Elektrotechniker das grundlegende Wissen eigentlich schon mitbringt. Das geforderte Können und die Erfahrung kann er sich aneignen.

 

Wie oft müssen die Geräte geprüft werden?

Mit Einführung der BetrSichV gibt es keinen einheitlichen Prüfzyklus für eine Geräteprüfung mehr. Auch nach den Tabellen der DGUV-Vorschrift 3 kann man sich nicht mehr richten. Jeder Unternehmer legt nun selbst fest, was geprüft werden muss und welchen Umfang die Prüfung hat. Vor allem die Zeitabstände der Arbeitsmittelprüfung lassen sich schwer definieren.

Hier ist rein die Gefährdungsbeurteilung ausschlaggebend.  Der Unternehmer bewertet jedes einzelne Betriebsmittel und welche Gefahren von dem Gerät ausgehen. Dabei ist maßgeblich in welcher Umgebung, wie oft und von wem das  Arbeitsmittel benutzt wird.

Das klingt kompliziert, aber orientieren kann man sich anhand einer Richtwert-Empfehlung (veröffentlicht als Anhang der TRBS 1201), welche auf Erfahrungswerten von Prüffristen für verschiedene Arbeitsmittel basiert.

 

Die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegebene Tabelle für die empfohlenen Prüffristen finden Sie hier.

 

Ein Auszug aus der TRBS 1201, Tabelle 1 – Festlegung der Prüffrist durch Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der Richtwerte aus der TRBS 1201: Empfohlene Fristen

 

Auszug aus der TRBS 1201

  

Natürlich gibt es ein breites Spektrum an hilfreichen Arbeitsmitteln, die  zur Bestimmung und zur Kennzeichnung von Prüfterminen eingesetzt werden können.

Unter anderem können Formulare nützlich sein, die gleichzeitig der Dokumentation dienen. Oder auch Prüfplaketten, die direkt nach TRBS den nächsten Prüftermin angeben.

 

Haben Sie schon auf die neue DGUV-Norm umgestellt? Eine Gegenüberstellung von Prüfplaketten nach neuer und alter Norm finden Sie hier.

 

 

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